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Uni-Hannover
14. März 2017

Vorhang auf DasTheater der frühen Neuzeit

-Was zieht sich [für] ein Vorhang weg? Ich seh den Schauplatz später Zeiten...- (Johann Christian Günther, 1718) Was kann sich nicht alles hinter einem Vorhang verbergen? Vergangenheiten, Zukunftsvisionen, wie es in Johann Christian Günthers Zitat anklingt, aber auch Allegorisches, ebenso...

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-Was zieht sich [für] ein Vorhang weg? Ich seh den Schauplatz später Zeiten...- (Johann Christian Günther, 1718) Was kann sich nicht alles hinter einem Vorhang verbergen? Vergangenheiten, Zukunftsvisionen, wie es in Johann Christian Günthers Zitat anklingt, aber auch Allegorisches, ebenso wie ein Allgemein Menschliches, das als Exempel verpackt erscheint. Wird ein theatraler Vorhang aufgezogen, so eröffnet sich dahinter eine Bühnenwelt, die etwas Spezifisches repräsentiert und dabei zugleich performativ, als Akt der Darstellung nämlich, manifestiert. Der dramatische Text gibt vor, mit welchen verbalen und nonverbalen Anteilen dies verwirklicht werden kann. Das Panorama dieser Repräsentanzen in dramatischen Texten der Frühen Neuzeit gilt es im Seminar abzustecken. Die Metapher von der Welt als Theater, das Theatrum Mundi, ist durch Shakespeare und Calderón de la Barca bis heute im europäischen Diskurs gesichert und steht im Mittelpunkt frühneuzeitlichen Denkens. Das Zeitalter des Barock gilt somit als ein Zeitalter der Bühne, in dem alle und alles Teil eines Schauspiels des Daseins sind: -All the world’s a stage,/ And all the men and women merely players- (As you like it, II/7) –, so wissen es Shakespeares Figuren zu formulieren. Der Vorhang wird demzufolge in der Frühen Neuzeit beständig aufgezogen ­– er selbst ist ein wiederkehrendes, leitendes Sprach- und Bildmotiv –, und so sehen wir auf der Bühne Tragödien und Komödien, Schäferspiele oder Opern in großer Vielfalt und finden daneben auch sogenannte Buchtheater, in denen das gelehrte Wissen zur Schau gestellt wird. Das Seminar widmet sich dem Theater also nicht nur als konkretem Bühnenraum, sondern darüber hinaus als einer zentralen Denkfigur der Barockzeit. Gemeinsam sollen in der Seminardiskussion Formen der theatralen Präsenz untersucht, diskutiert und in aktuelle Forschungshorizonte eingebettet werden. Das Seminar versteht sich als Einführung in die Bandbreite von Themen, Autoren und Gattungen der dramatischen Literatur der Frühen Neuzeit. Zudem werden Methoden der Dramenanalyse eingeübt und einer kritischen Bewertung unterzogen sowie Möglichkeiten der Aufbereitung in digitalen Archiven vorgestellt und besprochen. Eine Tagesexkursion zur Herzog August Bibliothek nach Wolfenbüttel, die zentraler Standort für die Bestände der Frühen Neuzeit darstellt, ist angedacht. Die Bereitschaft zu semesterbegleitender, umfangreicher Lektüre wird vorausgesetzt, da keine Referate vorgesehen sind. Das konkrete Programm wird in der ersten Sitzung ausgegeben. wird im Seminar bekannt gegeben. Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, MA Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover SoSe 2015 Deutsch, Master LbS Dr. phil. Baum Constanze phil