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Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Autonomie und Entgrenzung Moderne Kunst seit Mitte des 20 Jahrhunderts

Die Geschichte der Kunst erlebte wie nur wenige Zeiträume, die eine unüberschaubare Fülle von Kunstrichtungen, -tendenzen und künstlerische Einzelpositionen aufweisen kann, wie es die Moderne vermag. Ästhetik, Konzepte, Manifeste und Selbstverortungen sind nur einige Symptome für eine fortwährende Orientierung der...

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Die Geschichte der Kunst erlebte wie nur wenige Zeiträume, die eine unüberschaubare Fülle von Kunstrichtungen, -tendenzen und künstlerische Einzelpositionen aufweisen kann, wie es die Moderne vermag. Ästhetik, Konzepte, Manifeste und Selbstverortungen sind nur einige Symptome für eine fortwährende Orientierung der Kunst innerhalb eines gesellschaftlichen Gefüges, das in einem andauernden Wandlungsprozess begriffen ist. Dabei wurde seitens der Kunst nicht selten die Nähe zu anderen gesellschaftlichen Sphären wie Wissenschaft, Journalismus, Wirtschaft oder Politik gesucht. So traten beispielsweise in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts neue künstlerische Programme auf den Plan, die in der Malerei das Bild zugunsten von Diagrammen, Statistiken, Texten oder Collagen mit Gebrauchsmaterialien und –gegenständen verdrängten. ‚Hunger nach Bildern‘ lautete in den 80er Jahren trotzig das Motto einer jungen Künstlergeneration, die sich gegen diese (pseudo-) wissenschaftlichen Leitkategorien vehement wehrte und statt dessen die Malerei farbenfroh und mit einem großzügigen Pinselduktus versehen inszenierte. Dass hierbei die individuelle Lebenswelt und Befindlichkeit motivisch aufgegriffen wurde, war nur konsequent. Die Vorlesung widmet sich der Kunstentwicklung seit 1945, wobei vorausgehende Phasen und Strömungen argumentativ Beachtung finden. Sie behandelt die Kunst der 60-er (u.a. ZERO und Neuer Realismus, Pop Art , Concept Art, Minimal Art, Aktionskunst mit Fluxus und Happening, Land Art), 70-er (Einzelpositionen u.a. R. Horn, U. Rosenbach, Chr. Boltanski, F.E. Walther, R. Ruthenbeck, F. Pezold), die 80-er Jahre (u.a. Neue Wilde) und die 90-er Jahre (Landschaftsmalerei, Malerei im Wechselspiel zu Neuen Medien), um schließlich zur zeitgenössischen Kunst vorzudringen. Dabei werden ästhetische Lösungen und konzeptionelle Ansätze der Kunst mit zeitgleichen Theorie- und Argumentationsansätzen verglichen, so dass sich ein kulturelles Gesamtbild der jeweiligen Zeitspanne ergibt. Die Veranstaltung versteht sich zwar als Fortsetzung der Vorlesung ‚Klassische Avantgarde, doch ist ein Besuch dieser Vorlesung ohne Kenntnisse der vorausgegangenen Vorlesung möglich. Kunsthochschule Kassel Uni Kassel WiSe 2012/13 Prof. Dr. Hemken Kai Uwe