Uni-Essen
14. März 2017Vorlesung Bauten Kunstwerke und Bücher des europäischen Mittelalters
Welches Bild wir uns heute vom Mittelalter machen, hängt weniger von Darstellungen zur mittelalterlichen Geschichte als von den Überresten ab, die aus den Jahrhunderten zwischen Völkerwanderung und Reformation stammen: vor allem Bauten, Kunstwerke und Bücher. Sind wir doch geneigt, sichtbare...
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Jetzt Lernplan erstellenWelches Bild wir uns heute vom Mittelalter machen, hängt weniger von Darstellungen zur mittelalterlichen Geschichte als von den Überresten ab, die aus den Jahrhunderten zwischen Völkerwanderung und Reformation stammen: vor allem Bauten, Kunstwerke und Bücher. Sind wir doch geneigt, sichtbare Relikte für besonders echt und aufschlußreich zu halten, obgleich das in vielen Fällen nicht ohne weiteres zutrifft. Trotzdem prägen nach wie vor sakrale und profane Bauten wie Kirchen und Klöster oder Burgen und Steinhäuser unsere Vorstellungen vom Mittelalter, sogar dort, wo nur noch Ruinen stehen. Als anschaulich gelten auch mittelalterliche Kunstwerke, obgleich sie heute meist in Museen aufbewahrt werden, aber nicht dort, wo sie nach ihrer Anfertigung standen oder hingen. Bei den in Bibliotheken aufbewahrten Büchern (Handschriften) des Mittelalters handelt es sich zwar ebenfalls um Überreste des Mittelalters, doch sind sie der breiten Öffentlichkeit nur in Ausstellungen zugänglich: Um so mehr werden sie in halbdunklen Vitrinen bewundert. Wer daran zweifelt, wie sehr Bauten, Kunstwerke und Bücher unser Bild vom Mittelalter bestimmen, blättere in den zahlreichen, oft opulent gedruckten Bildbänden über die Geschichte des Mittelalters. Die Vorlesung will in subjektiver Auswahl in jeder Sitzung jeweils ein Beispiel aus den Bereichen 'Bauten', 'Kunstwerke' und 'Bücher' vorstellen, wobei nach Möglichkeit ganz verschiedenartige Aspekte der Architektur, Kunst und Literatur zwischen dem frühen und dem späten Mittelalter berücksichtigt werden. Daher stehen sowohl eine spätantike Kirche, eine romanische Klosteranlage wie eine gotische Kathedrale im Mittelpunkt, aber auch eine Höhenburg und ein Jagdschloß, ein Teppich, ein Fresko und ein Tafelgemälde, eine sakrale und eine profane Skulptur oder eine Bilderhandschrift und ein gelehrter Traktat.
Aus der Vielzahl einschlägiger Bildbände über das europäische Mittelalter führe ich in chronologischer Reihenfolge lediglich vier meiner Lieblingsbücher an: Jacques Le Goff, Kultur des europäischen Mittelalters. Übers. v. Gerda Kurz u. Siglinde Summerer. München u. Zürich 1970; Robert Delort, Life in the Middle Ages. Übers. v. Robert Allen. London 1973; Europa im Mittelalter, hg. v. George Holmes. Übers. v. Johann George Scheffner. Stuttgart u. Weimar 1993; Die Welt des Mittelalters. Kunst - Religion - Gesellschaft. Enzyklopädie mit 800 Bildern, hg. v. Robert Bartlett. Übers. v. Daniela Tivig. Stuttgart 2001
Geschichte
Universität Duisburg-Essen
WS 2009/10
Bachelor, Bachelor
Geschichte