Uni-München
14. März 2017Vorlesung Die südslavischen Literaturen im Überblick Die Moderne
Ausgehend von der Entwicklung der südslavischen Literaturen im 19. Jahrhundert, wird in dieser Veranstaltung beabsichtigt, die großen Errungenschaften der Moderne aus der symbolistisch-impressionistischen Phase sowie die historische Vielfalt der avantgarden Literatur im südslavischen Kontext anschaulich zu machen und exemplarisch zu...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenAusgehend von der Entwicklung der südslavischen Literaturen im 19. Jahrhundert, wird in dieser Veranstaltung beabsichtigt, die großen Errungenschaften der Moderne aus der symbolistisch-impressionistischen Phase sowie die historische Vielfalt der avantgarden Literatur im südslavischen Kontext anschaulich zu machen und exemplarisch zu verfolgen.
Die Frühmoderne in der Südslavia verdankte ihre Ansätze der schnellen Transformation von Spät- zum Neoromantismus, deren Paradigmen neue Eigenschaften der Literaturen auf ihrem Weg zur Verweltlichung ermöglichen könnten. Die Spezifika des südslavischen Symbolismus sehen daher auf den ersten Blick aus wie eine simultane Mischung aller Strömungen der europäischen Moderne. Sein uneinheitlicher und ästhetisch übergreifender Charakter schließt Elemente modifizierter Romantik, aber auch die ersten Zeichen der avantgarden Poetik ein. In der Vorlesung wird diese Eigenart des südslavischen Symbolismus aufgezeigt und erörtert.
Im Einzelnen wird dabei Aufmerksamkeit dem Artismus von A. G. Matoš gewidmet, der Salonpoesie von V. Vidric sowie den Folklorestilisierungen von V. Nazor. Ein anderer Aspekt der symbolistischen Ästhetik lässt sich durch die markante ‚Nirvana-Paradigmatik‘ bei den Südslaven illustrieren, beispielhaft in den originellen Ausführungen von V. P. Dis. Hinzu kommen auch die charakteristischen Merkmale der symbolistischen Poesie – unter anderem ‚Musikalisierung‘ des Symbols (J. Duic) und kontemplative Suggestionen (M. Rakic), die entsprechend hervorgehoben werden.
Die Überwindung des Frühmodernismus im südslavischen Raum weist in vielen Fällen eine interessante Symbiose zwischen Elementen des vorausgehenden Symbolismus und Merkmalen des aufgehenden Expressionismus auf. Aus diesem Gesichtspunkt heraus ist vorgesehen, parallel zu typisch avantgardistischen Phänomenen, wie die Dichtung von M. Krlea, auch literarische Erscheinungen wie M. Crnjanski und A.-B. Šimic zu beleuchten, deren Ästhetik geradezu postsymbolistische Transformationsmodelle offenlegt. Neben der Lyrik, werden auch Prosawerke von I. Sekulic, I. Andric und M. Krlea behandelt, die ‚verfremdete‘ Heldenfiguren, bzw. unkonventionelle Prosaarten anbieten. Zum Schluss werden auch Literaturformen angesprochen, die den Übergang zur Postmoderne der Neuzeit durch markante Autoren und Texte in der Südslavia versinnbildlichen.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
BA Slavistik:
Klausur 60 min.
Benotung
Sie erhalten 3 ECTS-Punkte.
MA Slavistik:
Essay und Protokoll
ca. 15000 Zeichen und 4000 Zeichen
bestanden/nicht bestanden
Sie erhalten 6 ECTS-Punkte.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Kernveranstaltung zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.13/15/17/19). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Portfolio (20.000-40.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2015
PD Dr.
Kazakova Svetlana