Uni-München
14. März 2017Vorlesung Die Verwaltungskanones der ökumenischen Konzilien Ehrenprimat Synodalität und Diözesanverwaltung Das Konzil Quinisextum und sein kanonisches Werk Dr Dr Anargyros Anapliotis
Im orthodoxen kanonischen Recht ist das Thema des Primats sowohl mit der Problematik der kirchlichen Autorität als auch mit dem Begriff der Katholizität eng verbunden. Durch das kanonische Recht ist in der Orthodoxen Kirche die Verwaltungsstruktur der -Pentarchie- und der...
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Jetzt Lernplan erstellenIm orthodoxen kanonischen Recht ist das Thema des Primats sowohl mit der Problematik der kirchlichen Autorität als auch mit dem Begriff der Katholizität eng verbunden. Durch das kanonische Recht ist in der Orthodoxen Kirche die Verwaltungsstruktur der -Pentarchie- und der Selbstständigkeit der einzelnen autokephalen Kirchen nach außen hin festgelegt. Als -Primus inter pares- wird in der Reihe der Vorsteher der orthodoxen Kirchen der Patriarch von Konstantinopel anerkannt, ein Ehrenprimat, der nicht mit jurisdiktionellen Rechten außerhalb seines eigenen Patriarchats verbunden ist. Die Rechte und Pflichten des Vorstehers sind in den verschiedenen Kirchen unterschiedlich geregelt, aber in keiner einzigen autokephalen Kirche hat der Vorsteher die höchste Gewalt, sondern das Bischofskonzil. Der erste Teil der Vorlesung beleuchtet die Rolle des ökumenischen Patriarchen sowohl in der gesamten Orthodoxie als auch die Rolle der Vorsteher in den einzelnen autokephalen Kirchen anhand des kanonischen Rechts. Der zweite Teil befasst sich mit dem Concilium Quinisextum, das im Jahr 691/92 nach Konstantinopel einberufen wurde und das kanonische Defizit des 5. und 6. ökumenischen Konzils beseitigt hat. Die 102 kirchlichen grundlegenden Regelungen, die sich auf fast alle Bereiche des orthodoxen Kirchenrechts beziehen, werden von vielen als unverzichtbares Recht und als der wichtigste Teil des Kanonischen Rechts betrachtet. Die Kanones des Konzils bieten außerdem Anlass für Divergenzen zwischen dem griechischen Osten und dem lateinisch geprägten Westen. Ziel ist es, die Teilnehmer anhand ausgewählter Texte mit zentralen Aspekten der kanonischen Grundsätze oder Konzilsentscheidungen und ihrer heutigen Anwendung vertraut zu machen.
F. Gahbauer, Die Pentarchietheorie - Ein Modell der Kirchenleitung von den Anfängen bis zur Gegenwart, (Frankfurter Theologische Studien 42), Ettal 1993. A. Kallis, Abschied von der Pentarchie? Ein orthodoxer Zwischenruf zur Abschaffung des abendländischen Patriarchats, Der christliche Osten 61,3-4 (2006) 189-91. N. Milasch, Das Kirchenrecht der morgenländischen Kirche, 2. Aufl., Mostar 1905. Die Kirche und die Kirchen. Autonomie und Autokephalie, Kanon, Jahrbuch der Gesellschaft für das Recht der Ostkirchen 4 (Wien 1980); Der Protos und seine Jurisdiktion, Kanon 9 (Wien 1993). Th. Nikolaou, Die Orthodoxe Kirche im Spannungsfeld von Kultur, Nation und Religion, (VIOTh 8), St. Ottilien 2005. Sp. Troiannos – G. Poulis, Kirchenrecht, 2. Aufl., Athen 2003 (griech.). Concilium Quinisextum. Das Konzil Quinisextum, übersetzt u. eingeleitet v. H. Ohme, (Fontes Christiani 82), Tournhout 2006 (griech.-deutsch). Nicodimus, Agapius Hieromonach, The Rudder (Pedalion) of the Metaphorical Ship of the One Holy Catholic and Apostolic Church, first translated into English by D. Cummings, published by the Orthodox Christian Educational Society 1957.
Institut für Orthodoxe Theologie
LMU München
SoSe 2016
Dr.
Anapliotis Anargyros