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Uni-München
14. März 2017

Vorlesung Fachdidaktische Vertiefungsvorlesung Ovids liebesdidaktischer Zyklus Ars amatoria und Remedia amoris und seine Rezeption

vivam, parsque mei multa superstes erit (... werde ich leben, von mir bleibt noch ein Großteil intakt). Mit dieser stolzen Prophezeiung ewigen Nachruhms beschloss Publius Ovidius Naso bereits das erste Buch seines Erstlings, der Amores (am. 1,15,42). Und seine Wirkungsgeschichte...

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vivam, parsque mei multa superstes erit (... werde ich leben, von mir bleibt noch ein Großteil intakt). Mit dieser stolzen Prophezeiung ewigen Nachruhms beschloss Publius Ovidius Naso bereits das erste Buch seines Erstlings, der Amores (am. 1,15,42). Und seine Wirkungsgeschichte sollte dem Sprecher dieser Zeile Recht geben. Denn die anhaltende, ja stetig intensivierte Ovid-Renaissance der letzten Jahrzehnte prägt im Zusammenspiel von gelehrtem Interesse, Schullektüre und breiter literarischer und künstlerischer Rezeption die bildende Kunst und die Höhenkammliteratur ebenso wie die Populärkultur, wo sich u.a. Romane, Comics, Filme und phantastische Kinder- und Jugendmedien verstärkt des tenerorum lusor amorum annehmen. Die unbestreitbare Aktualität des modernsten römischen Dichters sollte der Lehrende unbedingt nutzen, um seinen für Schüler(innen) semantisch, syntaktisch und metrisch nicht immer leicht verdaulichen Lektüregegenstand, die Originaltexte von Ovids Hauptwerken, schmackhaft zu machen. Die Verbindung von Lehre (praecepta) und literarisch höchst anspruchsvoller, weil anspielungsreicher Unterhaltung (lusus) prägt ja auch diejenige Werksequenz, in der Ovid avantgardistisch Lehrdichtung und Liebeselegie gekreuzt hat, um in der Rolle des Liebeslehrers (praeceptor amoris) die Jugend des augusteischen Roms mit einem humorvollen erotischen Gegenprogramm zur Moralpolitik des Princeps zu beglücken. In der Vorlesung biete ich zunächst einen Überblick über Aufbau, Struktur und Gehalt der Ars amatoria und der Remedia Amoris. Anhand exemplarischer Interpretationen von Schlüsselstellen analysieren wir die literarische Technik des anspielungsreichen Ovidischen lusus und bieten Einblicke in Gattungsfragen und Motivgeschichte. Dann werden den Interessierten Wege und Formen aufgezeigt, sich das weit verstreute und multimediale Reservoir geeigneter Rezeptionszeugnisse zu den drei Büchern der Liebeskunst (Ars amatoria) und dem Buch der Liebestherapie (der Remedia amoris) zu erschließen, dieselben mit den Originaltexten zu vernetzen und für die philologische wie für die pädagogisch-didaktische Interpretation methodisch nutzbar zu machen. Als unterrichtlicher Bezugsrahmen soll die Ovidlektüre in der Sequenz -Liebe, Laster, Leidenschaft- in der 9. Jahrgangsstufe dienen. Lektüreempfehlungen zur Einstimmung: Ovid, Doctor amoris. Textausgabe ausgewählter erotischer Dichtungen mit Schülerkommentar und Übungsmaterialien von Markus Janka, Bamberg 2003 (C.C. Buchner; Reihe -Testimonia-). Ovid, Ars amatoria. Bearbeitet von Rudolf Henneböhl, Bad Driburg 2010 (Reihe LATEIN KREATIV). Friedmann Harzer, Ovid, Stuttgart/Weimar 2002. Niklas Holzberg, Ovid. Dichter und Werk, München 32005. Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation LMU München SoSe 2016 Univ.Prof.Dr. Janka Markus