Uni-München
14. März 2017Vorlesung Geschichte des Christentums im 19 Jahrhundert in globaler Perspektive
Das 19. Jh. bedeutet globalgeschichtlich in vieler Hinsicht ein neues Zeitalter. In Lateinamerika ging die iberische Herrschaft zu Ende; Afrika südlich von der Sahara wurde allmählich erschlossen und der Kontinent bis zur Jahrhundertwende fast vollständig unter europäischen Kolonialmächten aufgeteilt; in...
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Jetzt Lernplan erstellenDas 19. Jh. bedeutet globalgeschichtlich in vieler Hinsicht ein neues Zeitalter. In Lateinamerika ging die iberische Herrschaft zu Ende; Afrika südlich von der Sahara wurde allmählich erschlossen und der Kontinent bis zur Jahrhundertwende fast vollständig unter europäischen Kolonialmächten aufgeteilt; in Asien festigte sich die britische Herrschaft in Indien, Japan und China wurden gezwungen, aus der Selbstisolierung zurückzutreten und sich der Welt zu öffnen. All diese Entwicklungen wirkten sich erheblich auf die Geschichte des Christentums aus. Zum einen erlebte der Katholizismus in Europa in Folge der napoleonischen Kriege eine Zeit der Krise, die zu einem starken Rückgang der weltweiten katholischen Mission führte. Zum anderen bewirkten der Aufstieg Großbritanniens und die Entstehung zahlreicher protestantischer Missionsgesellschaften in Europa und Nordamerika einen erheblichen missionarischen Aufschwung im Protestantismus, sodass man das19. Jh. zu Recht als das -Jahrhundert der protestantischen Mission- (Latourette) bezeichnet hat. Viele dieser Entwicklungen in Übersee lassen zugleich die uns bekannte Christentumsgeschichte Europas dieser Zeit in neuem Licht erscheinen.
Über die Geschichte der westlichen Mission hinaus ereigneten sich aber in den Ländern des heute sog. ‚Globalen Südens‘ Entwicklungen, die für die Zukunft von besonderer Bedeutung waren. Damit ist die Entstehung lokaler Christentumsvarianten gemeint, die auf die Aufnahme und Transformation des Christentums durch Einheimische zurückgeht. So kommt es – neben den historischen nicht-westlichen Formen des Christentums wie z. B. den östlichen und orientalischen Kirchen – zur Entstehung von neuen missionsunabhängigen Kirchen in unterschiedlichen Regionen der Welt.
Ziel der Veranstaltung wird es sein, den Teilnehmenden das Gespür für eine erweiterte Landkarte des Christentums zu vermitteln. Dieser Aufriss einer globalen Geschichte des Christentums im 19. Jh. wird sowohl Eckdaten der Missionsgeschichte, als auch Wissen über lokale Christentumsvarianten aus verschiedenen Teilen der Welt vermitteln. Eine solche Perspektive auf die Geschichte des Weltchristentums lässt das Christentum als Weltreligion präsent werden – als gleichermaßen in allen Teilen der Welt beheimatete Religion.
K. Koschorke/F. Ludwig / M. Delgado (Hgg.), Außereuropäische Christentumsgeschichte (Asien, Afrika, Lateinamerika) 1450–1990 (Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen Bd. VI), Neukirchen-Vluyn 42012;
H.-J. Prien, Das Christentum in Lateinamerika, Leipzig 2007;
S. H. Moffett, A History of Christianity in Asia (Bd. II 15001900), New York 2005;
A. Hastings, The Church in Africa, 1450–1950, Oxford 1994;
J. Bauer, Christus kommt nach Afrika. 2000 Jahre Christentum auf dem Schwarzen Kontinent, Fribourg 2006;
S. Neill, Geschichte der christlichen Mission, Erlangen 1974
Zielgruppe
P / M / BA / U
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Evangelisch-Theologische Fakultät
LMU München
SoSe 2015
PD Dr.
Burlacioiu Ciprian