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Uni-München
14. März 2017

Vorlesung Grundfragen und Methoden der Literaturwissenschaft B

Was lesen wir, wenn wir literarische Texte lesen? Wie nehmen wir Wirklichkeit durch fiktionale Texte und Filme wahr? Was bewirkt die Lektüre von Texten, das Betrachten von Filmen in uns? Diese und andere Fragen bilden grundlegende Probleme unserer Kultur, denen...

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Was lesen wir, wenn wir literarische Texte lesen? Wie nehmen wir Wirklichkeit durch fiktionale Texte und Filme wahr? Was bewirkt die Lektüre von Texten, das Betrachten von Filmen in uns? Diese und andere Fragen bilden grundlegende Probleme unserer Kultur, denen sich die literaturwissenschaftliche Analyse stellen muss. Die Vorlesung stellt einen Versuch dar, anhand zentraler Probleme literatur- und filmwissenschaftlicher Analyse die spezifische Art und Weise zu erläutern, in der literarische Texte und narrative Filme auf Wirklichkeit Bezug nehmen. In diesem Sinne argumentiert die Vorlesung auf zwei Ebenen. Auf einer ersten Ebene will die Vorlesung in die Methoden literatur- und filmwissenschaftlicher Analysetechniken einführen, also die besondere Art der Kommunikation, die fiktionale Texte und Filme darstellen, am Beispiel der spezifischen Verwendung von Zeichen und deren Funktionen deutlich zu machen. Diese grundlegende analytische Arbeit soll aber immer schon eine Perspektive auf den kultur- und mediengeschichtlichen Kontext eröffnen, in dem Texte und Film angesiedelt sind. Es soll also zudem dargestellt werden, wie Texte und Filme bestimmte Probleme einer jeweils geschichtlichen Kultur zur Sprache bringen, wie z.B. realistische Romane die Art und Weise beeinflussen und reflektieren, wie wir Wirklichkeit wahrnehmen, sogar, was wir für wirklich halten, wie in modernen Texten mediale Beschränkungen und Erweiterungen der Wahrnehmungsfähigkeit thematisiert werden. Die in der Vorlesung diskutierten Texte werden Ihnen rechtzeitig in elektronischer Form zur Verfügung gestellt. Wer sich während der vorlesungsfreien Zeit auf die Vorlesung vorbereiten will, ist dazu eingeladen, die in Auszügen behandelten Romane zu lesen. voraussichtliches Programm 1) Sprache – Zeichen, Rhythmus, Bedeutung Joseph von Eichendorff -Mondnacht- 2) Denkprozesse – Poesie und Philosophie Joseph von Eichendorff -Mondnacht- 3) Rhetorik – zur Technik der Kommunikation William Shakespeare -Sonnet 18: Shall I compare thee…- 4) Fiktion – Autor und Erzähler Miguel de Cervantes -Don Quijote” 5) Wirklichkeit – Realität und Perspektive Gustave Flaubert -Mme Bovary- 6) Repräsentation – Raum-Zeit-Analyse im Film Jean-Luc Godard -À bout de souffle/Außer Atem- Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Die Veranstaltung schließt mit einer 60minütigen Klausur: Die Klausur wird mit bestanden / nicht bestanden bewertet und ist im Rahmen der Regelstudienzeit beliebig wiederholbar. LMU München WiSe 1415 Dr. Doetsch Hermann