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Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Lebensschutz contra Heilungsauftrag

Bei der Debatte im Deutschen Bundestag zur Verschiebung des Stichtags im Stammzellgesetz versuchten einige Abgeordnete die Grundlagenforschung an Stammzellen durch Heilungsaussichten und Forschungsfreiheit zu legitimieren, während andere Volksvertreter die Perspektive der Menschenwürde und des Lebensschutzes von Anfang an in den...

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Bei der Debatte im Deutschen Bundestag zur Verschiebung des Stichtags im Stammzellgesetz versuchten einige Abgeordnete die Grundlagenforschung an Stammzellen durch Heilungsaussichten und Forschungsfreiheit zu legitimieren, während andere Volksvertreter die Perspektive der Menschenwürde und des Lebensschutzes von Anfang an in den Vordergrund stellten und jede Verzweckung des menschlichen Lebens zurückwiesen. Teilweise schienen der Heilungsauftrag und der Lebensschutz in einem merkwürdigen Gegensatz zu stehen. Wieder einmal zeigte sich, dass ethische Entscheidungen und Orientierungen in einem engen Zusammenhang mit weltanschaulichen Überzeugungen stehen. Die Forderung nach Maßstäben und Richtlinien ärztlichen Handelns ist so alt wie der Berufsstand selbst. Fragen der medizinischen Ethik tauchen immer dann verstärkt auf, wenn neue Fähigkeiten oder ein erweitertes Wissen bisher nicht bekannte Dimensionen des Handelns eröffnen. Die Möglichkeiten der Beeinflussung menschlichen Lebens sind vor allem in der Intensivmedizin umfangreich und scheinbar unbegrenzt: Dürfen Wissenschaftler, dürfen Mediziner immer das tun, was technisch möglich ist? Sind ethische Entscheidungen in der medizinischen Forschung und Therapie stets Einzelentscheidungen oder existieren hierfür allgemein gültige sittliche Regeln? Die Vorlesung hat sich zum Ziel gesetzt, diese und andere Fragen vor dem Hintergrund einer christlichen Werteorientierung darzustellen. Konkret werden Themenbereiche wie Genetik, Euthanasie, Reproduktionstechnik, Katastrophenmedizin, klinische Forschung, Embryonenschutz, Organtransplantation, extreme therapeutische Verfahren der modernen Medizin usw. behandelt werden. EINE LITERATURLISTE WIRD IN DER ERSTEN SITZUNG VERTEILT WERDEN. Bemerkung Module: L1/M6; L2/M26; L3/M37 1. Teil FB 01 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel WS 2008/2009 Kat.Religion Prof. Dr. Dr. Lohner Alexander