Uni-Essen
14. März 2017Vorlesung Proseminar Grundlagenmodul Mittelalter 2 FS
Überblicksvorlesung: Prof. Dr. Andreas Rüther: Transkontinentale Migration und Integration Zwischen Atlantik und Schwarzem Meer bietet die Geschichte des europäischen Kontinents im Mittelalter auch eine Geschichte der Aus-, Ein-, Zu- und Abwanderung, der Verfolgung und Vertreibung sowie der gezielten Kolonisierung einzelner...
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Jetzt Lernplan erstellenÜberblicksvorlesung: Prof. Dr. Andreas Rüther: Transkontinentale Migration und Integration
Zwischen Atlantik und Schwarzem Meer bietet die Geschichte des europäischen Kontinents im Mittelalter auch eine Geschichte der Aus-, Ein-, Zu- und Abwanderung, der Verfolgung und Vertreibung sowie der gezielten Kolonisierung einzelner Landstriche. Dieses Kolleg gibt sowohl einen chronologischen Überblick über die wichtigsten Etappen von Wanderungsbewegungen als auch über Ansätze der Migrationsforschung. Darüber hinaus stellt es die Zusammenhänge zwischen sozialer und regionaler Herkunft der Migranten, ihren Tätigkeiten bzw. Möglichkeiten und Migrationswegen dar. Nicht zuletzt führt es an ausgewählten mittelalterlichen Beispielen Mechanismen des Ein- und Ausschlusses und Integrationsanforderungen vor Augen. Das Alte Reich ist über Jahrhunderte hinweg eine Kulturregion mit vielfältigen Wanderungsbewegungen gewesen. Männer und Frauen verschiedener Sprachen und zahlreicher regionaler Kulturen sind aus ihrer jeweiligen Heimat ausgewandert, um neue Lebensperspektiven zu finden, Menschen anderer Kulturen umgekehrt in Deutschland und Mitteleuropa eingewandert. Diese Einführung zeigt die unterschiedlichen Motive, die Auswahl der Ziele, die quantitativen Ausmaße bzw. die kulturellen und wirtschaftlichen Auswirkungen wie etwa die Ethnogenese oder Akkulturation.
Migrationen im Mittelalter: ein Handbuch, hrsg. von Michael Borgolte, Berlin 2014;
Akkulturation im Mittelalter, hrsg. von Reinhard Härtel (Vorträge und Forschungen 78) Ostfildern 2014;
Dirk Hoerder, Geschichte der deutschen Migration vom Mittelalter bis heute (Beck'sche Reihe Wissen 2494) München 2010;
Sylvia Hahn, Historische Migrationsforschung (Historische Einführungen 11) Frankfurt am Main u.a. 2012.
Prof. Dr. Andreas Rüther: Quellenübung zum Thema der Vorlesung (Di 12-14 oder Do 16-18)
Gruppe 1: Proseminar: Dr. Miriam Czock: Die Franken, Do. 10-12/14-16
Um 500 etablierten sich im ehemaligen römischen Reich eigenständige germanische Reiche, eines davon war das Reich der Franken. Der Aufstieg der Franken wird in erster Linie mit dem Königtum Chlodwigs (gest. 511) verbunden, einem König der Merowingischen Dynastie, der durch Krieg zur Expansion des Reiches und durch seine katholisch Taufe zur inneren Stabilität des Reiches beitrug. Das Seminar soll den Transformationsprozeß und die gesellschaftlichen Strukturen beleuchten, die sich nicht zuletzt aus dem Zusammentreffen von fränkischer Kriegergesellschaft und die gallo-römischen Bevölkerung ergaben. Zudem sollen die Wandlungsprozesse des fränkischen Reiches im 6. und 7. Jahrhundert bis zum Zusammenbruch der merowingischen Herrschaft und dem Aufstieg der Karolinger im 8. Jahrhundert nachgezeichnet werden. Das Textkompetenzseminar wird anhand von Quellen und neuester Forschungsliteratur einen Einblick in das Thema geben sowie grundlegende Techniken der passiven Textaneignung und der produktiven Textproduktion vermitteln.
Einführende Literatur:
Ewig, Eugen: Die Merowinger und das Frankenreich, Stuttgart5 2006.
Geary, Patrick: Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen, München3 2008
Goetz, Hans-Werner: Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart4 2014
Jussen, Bernhard: Die Franken. Geschichte, Gesellschaft, Kultur, München 2014.
Pohl, Walter: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration, Stuttgart2 2005 Postel, Verena: Die Ursprünge Europas. Migration und Integration im frühen Mittelalter, Stuttgart 2004
Wieczorek, Alfried (Hg.): Die Franken. Wegbereiter Europas. Vor 1500 Jahren: König Chlodwig und seine Erben (Ausstellung Reiss-Museum Mannheim), 2 Bde., Mainz 1996.
Gruppe 2: Proseminar: Prof. Dr. Uwe Ludwig: Friedrich Barbarossa und Heinrich der Löwe
Die Beschäftigung mit dem spannungsreichen Verhältnis zwischen dem staufischen König und Kaiser Friedrich Barbarossa (1152-1190) und seinem welfischen Vetter Heinrich dem Löwen, dem Herzog von Sachsen (1139-1180) und Bayern (1156-1180), gibt Gelegenheit, anhand ausgewählter Texte (Quellen und Darstellungen) über viele zentrale Themen- und Problemfelder der Geschichte des mittelalterlichen römisch-deutschen Reiches zu sprechen: die Königswahl, das Verhältnis zwischen dem König und den Fürsten, die Entwicklung vom alten Stammesherzogtum zum neuen territorialen Fürstentum, die Entstehung und Abschließung des Reichsfürstenstandes, Romfahrt und Kaiserkrönung des Königs, die Italienpolitik des deutschen Herrschers, die konfliktreichen Beziehungen zwischen Kaiser und Papst, die Idee des -heiligen- Römischen Reiches, die Beziehungen des Reiches zu Byzanz, zu England, Frankreich und zum Normannenreich, die ritterlich-höfische Gesellschaft, die Kreuzzüge etc. Auf dem Wege themenbezogener Übungsarbeit soll sowohl die passive als auch die aktive Textkompetenz der Studierenden verbessert werden.
Literatur
Joachim Ehlers: Friedrich I., in: Die deutschen Herrscher des Mittelalters. Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., hg. von Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter, München 2003, S. 232-257
Knut Görich: Die Staufer. Herrscher und Reich, München 2006
Ferdinand Opll: Friedrich Barbarossa, 4. Aufl. Darmstadt 2009
Geschichte
Universität Duisburg-Essen
SoSe 2016
Professor
Rüther Andreas