Uni-München
14. März 2017Vorlesung Strahlungstransport stellare Atmosphären und Winde Radiative transfer stellar atmospheres and winds
Kommentar: Ein großer Teil der Astrophysik basiert auf der detaillierten Diagnostik der elektromagnetischen Strahlung, die von den äußeren Hüllen (= Atmosphären) stellarer Objekte emittiert wird. Diese Diagnostik betrifft sowohl einzelne Objekte als auch die akkumulierte Strahlung einer Vielzahl von Quellen,...
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Ein großer Teil der Astrophysik basiert auf der detaillierten Diagnostik der
elektromagnetischen Strahlung, die von den äußeren Hüllen (= Atmosphären)
stellarer Objekte emittiert wird. Diese Diagnostik betrifft sowohl einzelne
Objekte als auch die akkumulierte Strahlung einer Vielzahl von Quellen, wie
sie im Spektrum von Galaxien zu sehen ist. Das grundlegende Rüstzeug bildet
dabei die Physik der Sternatmosphären, die von dem Zusammenspiel
atomarer und Strahlungsprozesse, Strahlungstransport und Thermo-/Hydrodynamik
kontrolliert wird. Im ersten Teil der angebotenen Vorlesung werden die
notwendigen Konzepte erarbeitet und wichtige Aspekte untersucht, so z.B.
Druck- und Temperaturschichtung, Konvektion, atomare Besetzungszahlen und
die Entstehung von Spektrallinien. Der zweite Teil der Vorlesung
konzentriert sich auf die Atmosphären heißer, massereicher Sterne, da
es gerade diese Sterne sind, die aufgrund ihrer enormen Energieabstrahlung
auch in grossen Entfernungen beobachtet werden können, und die für viele
Phänomene der Entwicklung unseres Universums (kosmische Reionisation,
Vorläufer von Supernovae und Gamma-Ray-Burster, chemische Entwicklung von
Spiralgalaxien) von Relevanz sind. Dabei wird der stellaren Wind, den diese
Objekte abgeben, im Zentrum der Diskussion stehen, sowohl von der
theoretischen Beschreibung her als auch entsprechender Diagnostik.
To a large part, astrophysics bases on the detailed diagnostics of
electromagnetic radiation from stars, emitted in their outer envelopes
(=atmospheres). These diagnostics is applied to both individual stars and to
the accumulated radiation of a large number of sources, as visible in the
spectra of galaxies. The essential ingredient is the physics of stellar
atmospheres, which is controlled by the interplay of atomic and
radiative processes, radiative transfer and thermo-/hydrodynamics. In the first
part of the lecture, we work out the required concepts and investigate
various aspects, e.g., pressure and temperature stratification, convection,
atomic population numbers and the formation of spectral lines. The second
part of the lecture concentrates on the atmospheres of hot, massive stars,
since these stars can be observed even at large distances (due to their
enormous radiation output), and since these stars are relevant for a variety
of key phenomena in our Universe (such as cosmic re-ionization, progenitors
of supernovae and gamma-ray bursters, chemical evoluion of spiral galaxies).
Particularly, we will concentrate on the stellar winds from such massive
stars, regarding both theoretical aspects and diagnostics.
Literatur:
begleitend:
Mihalas, D., 1978, ``Stellar Atmospheres'' (2nd edition), Freeman, San Francisco.
oder
Hubeny, I., Mihalas, D., 2014, -Theory of Stellar Atmospheres-, Princeton University Press, Princeton
weiterführend:
Shu, F.H., 1991, ``The Physics of Astrophysics -- Vol. 1, Radiation'',
University Science Books, Mill Valley.
Rybicki, G.B., Lightman, A.P., 1979, ``Radiative Processes in Astrophysics'',
John Wiley & Sons, New York.
Mihalas, D., Weibel Mihalas, B., 1984, ``Foundations of Radiation
Hydrodynamics'', Oxford University Press, New York.
Voraussetzungen
keine; none
Leistungsnachweis
3 ECTS Punkte
Zielgruppe
Doktoranden/innen in Astrophysik/Astronomie (IMPRS)
Masterstudenten/innen in Astrophysik
Masterstudenten/innen in Physik mit Schwerpunkt Astrophysik
Fakultät für Physik
keine; none
3 ECTS Punkte
LMU München
SoSe 2016
Dr.
Puls Joachim