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Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Weltgestaltung und Wirklichkeit Gottes Problemfelder christlicher Sozialethik

Die Christliche Gesellschaftslehre oder Sozialethik befasst sich mit der Erhebung, Bewertung und Weiterentwicklung sozialer Systeme aus theologischer Sicht. Sie leistet einen Beitrag dazu, dass soziale Verhältnisse, Strukturen, Organisationen und Systeme so gestaltet werden, wie es der Würde der Person von...

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Die Christliche Gesellschaftslehre oder Sozialethik befasst sich mit der Erhebung, Bewertung und Weiterentwicklung sozialer Systeme aus theologischer Sicht. Sie leistet einen Beitrag dazu, dass soziale Verhältnisse, Strukturen, Organisationen und Systeme so gestaltet werden, wie es der Würde der Person von einem christlichen Menschenbild her entspricht. Die vom Evangelium geforderte Nähe der Kirche zu den von Armut und Not betroffenen Menschen, verpflichtet sie, solidarischen und geschwisterlichen Beistand zu leisten. Mit fortschreitender ökonomischer, politischer und kultureller Globalisierung internationalisieren sich auch die sozialen Problemfelder und Konflikte. Als Antwort darauf muss die katholische Soziallehre eine noch „globalere“ Dimension und Perspektive erhalten, um in einer vernetzten Welt mehr Menschlichkeit und mehr soziale Gerechtigkeit zu ermöglichen. Es bedarf einer Sozialethik, die als theologische Antwort auf die Vorgabe einer globalisierten Weltökonomie noch stärker ihren weltweiten Blickwinkel schärft. Denn entgegen der Versprechen des Neoliberalismus, die Globalisierung würde helfen, Armut abzubauen, sieht die Realität anders aus. Trotz der staatlichen Unabhängigkeit vieler früher kolonialisierter Völker konzentriert sich als Folge der Globalisierung die Macht mehr und mehr in den Händen einer relativ kleinen Zahl von Staaten und Unternehmen insbesondere des Nordens. Ihre Macht reicht somit über den ganzen Erdball und in zahlreiche Lebensbereiche hinein. Man schätzt, dass für die ganze Welt wichtige Entscheidungen heute von rund 30 Nationen und 60 Grossunternehmen getroffen werden. Die Vorlesung will der Frage nachgehen, ob und inwieweit die katholische Soziallehre Antworten auf diese Herausforderungen zu geben vermag. Was bedeutet „soziale Gerechtigkeit“ angesichts dieser Entwicklung bei uns und weltweit? Was bedeutet Gerechtigkeit beispielsweise im Hinblick auf Fragen des Familien- und Kinderwohls, der Gendergerechtigkeit, der Notwendigkeit der Bewahrung und Förderung der sozialen Sicherungssysteme und der Einrichtungen des Gesundheitswesens, was angesichts des Problems der Arbeitslosigkeit usw.? Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt werden. Bemerkungalte Studienordnung: L1, L2, L3 und L4 Module: 6; 26; 37/2. Teil, 38/2. Teil FB 01 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel SS 2008 Prof. Dr. Dr. Lohner Alexander