Uni-Dortmund
14. März 2017Vorlesung Wirkungsweise Motive und Entwicklung des Horrorfilms von den 1970er Jahren bis heute
Obgleich Horror sich in jüngster Zeit größter Beliebtheit in Romanen und Filmen (hier insbesondere in Form des Remakes), aber auch in Fernsehserien und Videospielen erfreut, haftet dem (Genre?) Horror im Alltag doch noch immer das Image des -Schmuddelkindes- an. Allerdings...
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Jetzt Lernplan erstellenObgleich Horror sich in jüngster Zeit größter Beliebtheit in Romanen und Filmen (hier insbesondere in Form des Remakes), aber auch in Fernsehserien und Videospielen erfreut, haftet dem (Genre?) Horror im Alltag doch noch immer das Image des -Schmuddelkindes- an. Allerdings hat sich eine kulturwissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema mittlerweile durchgesetzt, so dass wir im Seminar zusätzlich zu älteren Erklärungsmodellen, wie z.B. Freuds -Das Unheimliche- auf eine Vielzahl aktueller Forschungsliteratur zurückgreifen werden können, um Antworten auf die Frage nach der Wirk- und Funktionsweise des Horrors zu finden.
Nach einem kurzen Einstieg in die Entstehung der Horrorliteratur und ihre Entstehungsgeschichte aus der graveyard poetry und der gothic novel der schwarzen Romantik werden wir uns vornehmlich mit der Entwicklung von Horrorelementen und -figuren im Medium Film beschäftigen. Der Fokus wird hierbei auf Filmen liegen, deren Entstehungszeit von den 1970ern bis heute liegt.
Angestrebt wird ein Überblick über verschiedene Subgenres (u.a. Tierhorror, Zombiefilm) und bestimmte Motive, wie z.B. das des Doppelgängers oder auch Orte, wie z.B. das haunted house, anschließend werden wir uns den Protagonisten des Schreckens zuwenden und die Fragen danach stellen, was vom Satan besessene Kinder von US-Südstaatler-Serienmördern oder weißen Haien unterscheidet, und welche Gründe oder Absichten den jeweiligen Figurenkonzeptionen zugrunde liegen. Neben den häufig stereotypen bis klischeehaften Modellen und Konstellationen wird auch der Erzählmodus des found footage Thema unseres Seminars sein. Schließlich werden wir mithilfe von Texten aus der Psychoanalyse, Philosophie und Soziologie u.a. diskutieren, warum der Zuschauer beispielsweise bei brutalsten Gewaltdarstellungen eine Lust am Schauen entwickelt, welche Rolle Gender im (Mainstream-) Horrorfilm spielt und in welche Richtung die Entwicklung des Horrorfilms der letzten Jahre ging. Auch der Terminus des torture porn wird einer Untersuchung standhalten müssen.
Die Literatur für das Seminar wird über das EWS bereitgestellt, lediglich E.T.A. Hoffmanns -Der Sandmann- sollte angeschafft und zur ersten Sitzung gelesen worden sein.
Da es sich um ein vorwiegend filmwissenschaftliches Seminar handelt, sind drei Zusatztermine für die gemeinsamen Filmscreenings unabdingbar. Eine Kooperation mit dem Dortmunder Kino -Roxy- wird es uns ermöglichen, mindestens einen der Filme auf der Kinoleinwand sehen zu können. Modifikationen die Filmauswahl für das Seminar betreffend sind in Absprache mit den Seminarteilnehmern jederzeit möglich.
Informationen zur Scheinvergabe werden in der ersten Sitzung bekanntgeben.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2012
Reininghaus Sarah