Uni-Kassel
14. März 2017Vorlesung Zwei Modelle der politischen Philosophie Hannah Arendt und Charles Taylor
Die Vorlesung führt ein in die politischen Philosophien von Hannah Arendt und Charles Taylor. Während Arendt durch Rückgriff auf die antike Polis Maßstäbe für die demokratische Politik der Gegenwart gewinnen will, unternimmt es Taylor, die Defizite heutiger Formen des Politischen...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Vorlesung führt ein in die politischen Philosophien von Hannah Arendt und Charles Taylor. Während Arendt durch Rückgriff auf die antike Polis Maßstäbe für die demokratische Politik der Gegenwart gewinnen will, unternimmt es Taylor, die Defizite heutiger Formen des Politischen herauszuarbeiten durch eine immanente Kritik. Beide vermeiden es, das Politische mit Verrechtlichung zu identifizieren. Arendt grenzt das politische Handeln, bei dem es immer um Macht geht, ab gegen technisches Können und abstraktes Arbeiten. Das politische Handeln geschieht im Raum der Öffentlichkeit, indem ein Netz von Beziehungen zwischen den Akteuren entfaltet wird. Taylor arbeitet Phänomene dessen heraus, was heute für das Politische in der Demokratie kennzeichnend sein könnte, etwa Partizipation an der politischen Macht, ein von der Bürgerschaft getragenes gemeinsames Projekt, gegenseitiger Respekt, gemischte Ökonomie. Die Vorlesung wird beide Theorien in Grundzügen vorstellen und dabei auch auf die Krise der Politik, verursacht einerseits durch Totalitarismus, andererseits durch Ideologien wie Konsumismus, eingehen.
Literatur: Hannah Arendt: Vita Activa. oder vom tätigen Leben. München Zürich: Piper 1989 6. Auflage. Hannah Arendt. On Revolution. London New York Ringwod Markham Auckland: Penguin Books 1990 (dt. Über die Revolution. Münch.Zür.: Piper 1963). Charles Taylor: Wieviel Gemeinschaft braucht die Demokratie? Aufsätze zur politischen Philosophie. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2002. Charles Taylor: Negative Freiheit? Zur Kritik des neuzeitlichen Individualismus. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1992. Ingeborg Breuer: Charles Taylor zur Einführung. Hamburg: Junius 2000. Hauke Brunkhorst: Hannah Arendt. München: Beck 1999. Hartmut Rosa: Identität und kulturelle Praxis. Politische Philosophie nach Charles Taylor. Frankfurt am Main New York: Campus 1998. Heinz Paetzold: Die Bedeutung von Kants Dritter Kritik für die politische Philosophie in der Postmoderne. Zu Hannah Arendts Lektüre der 'Kritik der Urteilskraft' als Kants Politische Philosophie-. In: Kants Schlüssel zur Kritik des Geschmacks. Ästhetische Erfahrung heute - Studien zur Aktualität von Kants 'Kritik der Urteilskraft', hrsg. von U. Franke Sonderheft des Jahrgangs 2000 der Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft. Hamburg: Felix Meiner 2000, S. 189-208. Heinz Paetzold Von der Multikulturalität zur Interkulturalität. In: Verstehen und Verständigung. Ethnologie - Xenologie - Interkulturelle Philosophie. Justin Stagl zum 60. Geburtstag, hrsg. von W. Schmied-Kowarzik. Würzburg: Königshausen& Neumann 2002, S. 343-358.
FB 01 Institut für Philosophie
Uni Kassel
WS 2009/2010
Philosophie HF
FB 01 Institut für Philosophie
Professor
Paetzold Heinz Professor