Uni-München
14. März 2017Vorlesung Zwischen Restauration und Revolution Literatur der Übergangsepoche zwischen 1820 und 1848
Die Zeit zwischen dem Ende der Romantik und dem Beginn des Realismus hat schon die Zeitgenossen mit einer gewissen Ratlosigkeit erfüllt. Vom ‚Ende der Kunstperiode‘ sprach man und davon, dass man selbst nur ein ‚Epigone‘, der Nachahmer einer inzwischen untergegangenen...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Zeit zwischen dem Ende der Romantik und dem Beginn des Realismus hat schon die Zeitgenossen mit einer gewissen Ratlosigkeit erfüllt. Vom ‚Ende der Kunstperiode‘ sprach man und davon, dass man selbst nur ein ‚Epigone‘, der Nachahmer einer inzwischen untergegangenen Kunst, sein könne. Die Literaturkonzepte der Romantik trugen nicht mehr und an ihren Strukturen arbeitete man sich regelrecht ab. Überzeugende neue Konzepte aber waren noch nicht in Sicht. Also griff man eklektisch auf Bewährtes zurück, auf rhetorische Strukturen, auf barocke Formen und Motive, auf Aufklärerisch-Belehrendes und vieles andere und experimentierte damit – das dann freilich in einer Weise, die uns heute fast ‚postmodern‘ anmutet. Bei allem Epigonen- und Krisenbewusstsein hat diese Ära bedeutende Autoren hervorgebracht: Grillparzer, Mörike, Droste-Hülshoff, Nestroy, Immermann, Gotthelf, Lenau, Platen, Grabbe, Büchner, Heine oder Hebbel. Die Ratlosigkeit der Zeitgenossen hat sich der modernen Literaturwissenschaft mitgeteilt, die die Epoche üblicherweise – und ein wenig hilflos – in zwei Stränge teilt: das sog. ‚Biedermeier‘ und die politischen Literaturströmungen des ‚Jungen Deutschland‘ sowie des Vormärz. Die Zuordnung von quietistischer Resignation und politischer Rebellion trägt allerdings nicht weit. Die Vorlesung versucht einen Überblick über diese Epoche zu geben, die auch heute noch weithin eine terra incognita ist. Es sollen Literaturprogramme und literarische Verfahren untersucht werden und es ist nach der Einheit dieser Epoche zu fragen, die keine sein will.
Textgrundlage (bitte in den Semesterferien lesen!): Ludwig Tieck: Waldeinsamkeit. - Wilhelm Müller: Die Winterreise. - Karl Gutzkow: Wally, die Zweiflerin. - Franz Grillparzer: Der arme Spielmann. – Eduard Mörike: Gedichte. Mozart auf der Reise nach Prag. – Annette von Droste-Hülshoff: Gedichte. Die Judenbuche. – Johann Nestroy: Der Talisman. – Karl Immermann: Münchhausen. Die Epigonen. – Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne. Uli der Knecht. – Georg Büchner: Lenz. Dantons Tod. Woyzeck. – Heinrich Heine: Die romantische Schule. Die Harzreise. Deutschland ein Wintermärchen.
Zum Einlesen: Helmut Koopmann, Das junge Deutschland. Eine Einführung, Darmstadt 1993. – Gerd Sautermeister / Ulrich Schmid (Hgg.), Zwischen Revolution und Restauration 1815-1848 (= Hansers Sozialgeschichte der deutschen Literatur, Bd. 5). – Friedrich Sengle, Biedermeierzeit, 3 Bde., Stuttgart 1971ff.
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsart bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik, alle modularisierten Lehrämter Deutsch, Deutsch als Zweitfach im B.A. Wirtschaftspädagogik und im B.A. Berufliche Bildung und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Die Module, die diese Vorlesung beinhalten, schließen mit einer Modulprüfung im Rahmen des jeweiligen Einführungs-, Pro-, Fortgeschrittenen oder Hauptseminars ab. In dieser Vorlesung gibt es keine eigene Prüfung.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Kernveranstaltung zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.13/15/17/19). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Portfolio (20.000-40.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
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Biedermeier Übersicht.pdf Übersicht über die Vorlesung 09.04.2015
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3 Namensfolie.pdf 3 Diskursive Kontexte - Namen, Titel, Zitate 27.04.2015
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5 Folie.pdf 5 Entromantisierung - Folie 10.05.2015
5 Namensfolie.pdf 5 Entromantisierung - Namen, Titel, Zitate 10.05.2015
6 Folie.pdf 6 Gattungen I: Prosa - Folie 10.05.2015
6 Namenfolie.pdf 6 Gattungen I: Prosa - Namen, Titel, Zitate 10.05.2015
7 Folie.pdf 7 Gattungen II: Lyrik und Drama - Folie 15.05.2015
7 Namenfolie.pdf 7 Gattungen II: Lyrik und Drama - Namen, Titel, Zitate 15.05.2015
8 Folie.pdf 8 Autoren und Werke I - Folie 31.05.2015
8 Namenfolie.pdf 8 Autoren und Werke I - Namen, Titel, Zitate 31.05.2015
9 Folie.pdf 9 Die Politisierung der Literatur - Folie 31.05.2015
9 Namenfolie.pdf 9 Die Politisierung der Literatur - Namen, Titel, Zitate 31.05.2015
10 Folie.pdf 10 Autoren und Werke II - Folie 31.05.2015
10 Namenfolie.pdf 10 Autoren und Werke II - Namen, Titel, Zitate 31.05.2015
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Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
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Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsart bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik, alle modularisierten Lehrämter Deutsch, Deutsch als Zweitfach im B.A. Wirtschaftspädagogik und im B.A. Berufliche Bildung und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Die Module, die diese Vorlesung beinhalten, schließen mit einer Modulprüfung im Rahmen des jeweiligen Einführungs-, Pro-, Fortgeschrittenen oder Hauptseminars ab. In dieser Vorlesung gibt es keine eigene Prüfung.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Kernveranstaltung zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.13/15/17/19). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Portfolio (20.000-40.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
SoSe 2015
Prof.Dr.Dr.
Begemann Christian .Dr