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Uni-Kassel
14. März 2017

Vortrag Gender und Genre

Gender und Genre Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion -Serien dürfen […] als eines der agilsten Formate moderner Selbstreflexion gelten; sie haben ein geradezu natürliches Interesse an Thematiken der Erneuerung, Expansion und Überbietung.- Nicht nur die Frankfurter Allgemeine...

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Gender und Genre Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion -Serien dürfen […] als eines der agilsten Formate moderner Selbstreflexion gelten; sie haben ein geradezu natürliches Interesse an Thematiken der Erneuerung, Expansion und Überbietung.- Nicht nur die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt fest, dass sich Wissenschaft und Feuilleton gegenwärtigen Fernsehserien mit einer Begeisterung widmen, die ehemals -großer Literatur- vorbehalten war. Fernsehen erhält durch den Serienboom neuen Aufschwung, die Ausstrahlung fungiert als Werbung für die in immer kürzeren Abständen erscheinenden DVD-Kompilationen, welche dann letztendlich im heimischen Bücherregal neben Goethes Werken und der Reclam Universalbibliothek stehen dürfen. Sind diese Serien die neue Form des großen Erzählens und bieten sie damit auch dieselbe gesellschaftskritische Relevanz wie die alten? Durch ihre umfassende mediale Präsenz haben Serien das Potential, als vermittelte Erfahrungswelten das Einstellungs- und Wertegefüge ihrer Rezipient_innen entscheidend mitzuprägen. Dabei sind sie als popkulturelle Phänomene aber auch zunehmend dem Vorwurf ausgesetzt, konservative Genderkonzepte zu reproduzieren. Ist Populärkultur also Trivialkultur und damit Ausdruck einer antimodernen Haltung, die das Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft implizit oder explizit in Frage stellt? Die Ringvorlesung -Gender und Genre- wendet sich gezielt dem subversiven Potential popkultureller Ausdrucksformen zu. An aktuellen Beispielen unterschiedlicher Seriengenres sollen Geschlechterkonstruktionen offengelegt und mit Blick auf gesellschaftspolitische Dimensionen hinterfragt werden. Abseits von Credit Points und Prüfungsleistungen möchte die Vortragsreihe -Gender und Genre- mit ihrem thematischen Schwerpunkt Studierende und Lehrende zu einer gemeinsamen Reflexion über gesellschaftsrelevante Fragen am Beispiel aktueller populärkultureller Phänomene anregen. Die einzelnen Sitzungen sind deshalb so konzipiert, dass Vortrag, Rezeption und Diskussion je ca. 30 Minuten und damit den ungefähr gleichen Stellenwert einnehmen. Zunächst soll ein einleitender Vortrag das serielle Genre skizzieren und mit einer gendertheoretisch relevanten These aufwarten. Im Anschluss folgen Episoden oder längere Ausschnitte aus dem besprochenen Medienprodukt, auf deren Basis die eingangs formulierte These diskutiert werden kann. Die geplanten Vorträge sind: 05.11.2014 Stefan Neuhaus (Koblenz): Schmerzensmänner. Orientierungslosigkeit und Identitätssuche in postmodernen Detektivserien, am Beispiel von Kenneth Branaghs -Wallander--Verfilmung von -One Step Behind- (dt. -Mittsommermord-)- 12.11.2014 Urania Milevski (Kassel): Söhne regulierter Anarchie? SAMCRO zwischen matriarchalem Ursprung und patriarchaler Herrschaft 19.11.2014 Felix Woitkowski (Kassel): (Ab-)gespaltene Männlichkeit, oder: Die Konstruktion multipler Geschlechteridentitäten in -Jekyll- 26.11.2014 Paul Reszke (Kassel): The Sopranos – Die Transformation traditioneller Männlichkeit durch moderne Weiblichkeit 03.12.2014 Veronika Schuchter (Innsbruck): Queere Utopien? The L-Word und Queer as Folk zwischen Heteronormativem Erzählen und Heterophobie 10.12.2014 Sophie Ziegler (Kassel): Schön, Empfindsam, Kriegerisch – Über Geschlechterperspektiven bei Bishoujo Senshi Sailor Moon 14.01.2015 Martin Böhnert (Kassel): Sheriffs, Captains, Cowboys and a Woman in Space – Genderkonstruktionen in drei Jahrzehnten Science-Fiction-Anime 21.01.2015 Ruth Knepel (Frankfurt): Spiel, Sex und Sieg – Game of Thrones zwischen Vergewaltigungs- und Ermächtigungsfantasien 28.01.2015 Murat Sezi, Hanna-Luna Braunewell (Kassel): Finding a room of one’s own in a Mad Men’s world: Raum als Mittel zur Inszenierung von Geschlechterrollen 04.02.2015 Stefan Greif (Kassel): Gender vs. Genre – Geschlechterdynamiken im Tatort -Im Schmerz geboren- FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WiSe 2014/15 Milevski Urania