Uni-Hannover
14. März 2017Was bisher geschah Serielles Erzählen
Im Frühjahr 2015 ist die Serie Man Men in den USA zu Ende gegangen und mit ihr, so schrieb es zumindest der SPIEGEL, das -dritte goldene Zeitalter des Fernsehens-. Und tatsächlich, komplexe Serienformate haben unsere Sehgewohnheiten längt unter Kontrolle: Von...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenIm Frühjahr 2015 ist die Serie Man Men in den USA zu Ende gegangen und mit ihr, so schrieb es zumindest der SPIEGEL, das -dritte goldene Zeitalter des Fernsehens-. Und tatsächlich, komplexe Serienformate haben unsere Sehgewohnheiten längt unter Kontrolle: Von Lost bis Breaking Bad, von Game of Thrones bis House of Cards, von 24 bis Homeland: Serielles Erzählen ist die Kunstform der Stunde, jede Folge von Bedeutung, jede Figur potentiell handlungstragend. Selbst die sonntäglichen Tatort (Dortmund, Frankfurt) und Polizeiruf 110 (Rostock) erzählen mittlerweile horizontal, also über mehr als eine Folge zusammenhängend hinweg.
Wie schafft eine Serie das? Welche narratologischen Gründe gibt es für den Bann, in den Serien ihre Zuschauer plötzlich ziehen? Das Seminar möchte sich hauptsächlich dem Phänomen des seriellen Erzählens anhand von US-(Mini-)Serien zuwenden. Dabei werden auch Blicke auf die Anfänge des komplexen TV-Erzählens geworfen, was insbesondere im Mystery-Genre stattgefunden hat (Twin Peaks, Akte X). Besonderes Gewicht wird Aufbau, Struktur und Funktion horizontalen bzw. vertikalen seriellen Erzählens der Serien Breaking Bad und Lost zugewiesen. Die Serien werden daher als bekannt vorausgesetzt. Weiterhin angeschnitten werden auch True Detective, Dr. House, House of Cards und How I Met Your Mother.
Allerdings ist serielles Erzählen selbst kein neues Phänomen, auch die Weltliteratur kennt die Idee von Fortsetzungen bzw. Weitererzählungen. In der Frühen Neuzeit brachte es die Amadis-Reihe auf 24 Teile, Robinson Crusoe immerhin auf zwei Fortsetzungen und Sherlock Holmes auf über 50 Einsätze. Und das wöchentliche Abdrucken kleiner Erzählteile in Zeitschriften war im 19. Jahrhundert ein beliebter Kniff: So bekamen die Leser von Oliver Twist oder Das Bildnis des Dorian Gray Woche für Woche einen in den Text integrierten ‚Cliffhanger‘ serviert, um die Spannung bis zur nächsten Ausgabe zu maximieren. Auch diese Kunstform seriellen Erzählens möchte das Seminar untersuchen.
Wird zu Semesterbeginn als Reader zur Verfügung gestellt.
Deutsch, Master LbS
Teilnehmerzahl: 30.
Universität Hannover
SoSe 2016
Deutsch, Bachelor Tech. Edu.
Dr. phil.
Bode Philipp phil