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Uni-Siegen
14. März 2017

Zwerge in der Literatur des Mittelalters und im Fantasyroman

In Mythos, Sage und Märchen Nord- und Westeuropas sind Zwerge sowohl als Individuen wie als Volk eine bekannte Größe. Während die Lieder-Edda vom Ursprung der Zwerge erzählt, rückt die Prosa-Edda Snorris sie in die Nähe der Schwarzelben und anderen menschenähnlichen...

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In Mythos, Sage und Märchen Nord- und Westeuropas sind Zwerge sowohl als Individuen wie als Volk eine bekannte Größe. Während die Lieder-Edda vom Ursprung der Zwerge erzählt, rückt die Prosa-Edda Snorris sie in die Nähe der Schwarzelben und anderen menschenähnlichen Wesen wie Kobolden und Elfen. In der mittelhochdeutschen Heldenepik werden mit Zwergenfürsten wie Laurin und Alberich starke und kluge Gegner der ritterlichen Helden in Szene gesetzt, und im höfischen Roman sind Könige wie Guivreiz (Erec) und Hofleute wie Melot (Tristan) wichtige Handlungsträger. J.R.R. Tolkien nimmt in seinem mythopoetischen Werk Der Herr der Ringe ebenfalls Zwerge in Stämmen und als Einzelfiguren auf, und in seiner Nachfolge hat Markus Heitz bereits fünf Bände einer Reihe Die Zwerge vorgelegt. Das Seminar widmet sich dem Zwerg als mythologische und literarische Figur (bzw. Motiv) von der isländischen Edda-Dichtung bis zum Fantasyroman. Es wird Ursprünge und Unterschiede in den Inszenierungsformen und Figurenmerkmalen von Zwergen in der älteren Literatur (mhd. Literatur und niedere Myhtologie) beleuchten, und es wird vor diesem Hintergrund die produktive Aneignung des Zwerges in der gegenwärtigen populären Fantasy untersuchen. Methodischer Gewinn dabei ist ein besseres Verständnis der Gegenwartsliteratur in Bezug auf ihre literarischen und mythologischen Prätexte sowie der ästhetischen Verfahren ihrer Aneignung. Ein Reader mit Schlüsseltexten bzw. Ausschnitten daraus wird vor Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt. Germanistik - Mediävistik Universität Siegen 20162 WiSe 2016/17 Univ.-Prof. Dr. Velten Hans Rudolf