Uni-Hannover
14. März 2017Zwischen Hexenverfolgung und Naturbeherrschung
Das Bild, das der flüchtige Betrachter von Spätmittelalter und Früher Neuzeit gewinnt, ist zumeist geprägt von den strukturellen Krisen zwischen dem 14. und der Mitte des 17. Jahrhunderts: Die großen Pestpandemien, die mit einem allgemeinen kulturellen Niedergang verbunden sind, aber...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Bild, das der flüchtige Betrachter von Spätmittelalter und Früher Neuzeit gewinnt, ist zumeist geprägt von den strukturellen Krisen zwischen dem 14. und der Mitte des 17. Jahrhunderts: Die großen Pestpandemien, die mit einem allgemeinen kulturellen Niedergang verbunden sind, aber auch das Aufkommen der großen Bettelorden wie der Dominicaner – der -Spürhunde des Herrn-, in deren Gefolge die Ächtung der Zauberei eine neue Qualität erreicht – treten uns in vielfältigen Beschreibungen der Literatur plastisch entgegen. So gehört der -Hexenhammer- (Malleus maleficarum) sicher zu den bekanntesten Literaturtiteln der Frühen Neuzeit. Weniger bekannt hingegen ist eine ebenfalls in der Frühen Neuzeit verwurzelte Strömung, die unsere Einstellung zu der uns umgebenden Welt bis heute beeinflusst: das Interesse an Erfindungen und technischem Fortschritt.
Wird noch im Hochmittelalter die -Jagd nach Novitäten- (wie Bernhard von Clairvaux es nennt) und der Versuch technischer Erleichterung der Arbeit (wie die Einführung des Spinnrades) als abzulehnende Veränderung der göttlichen Ordnung betrachtet, so steht nun das -Neue-, die -Erfindung- im Mittelpunkt vielfältiger Ingenieurs- und Maschinenbücher.
Ziel des Seminars ist es, die Zusammenhänge von -Aberglaube- und Fortschrittsbegeisterung sowie ihre mentalen und sozialen Ursachen zu untersuchen. Hierfür werden Quellen wie der -Hexenhammer- und die -Cautio Criminalis- ebenso Beachtung finden wie technische Drucke, Handschriften und Sekundärliteratur.
Dozent: Dr. Marc Feuerle
GHS (Gasthörenden- und Seniorenstudium)
Begrenzte Teilnehmerzahl.
Anmeldungen sind ab Dienstag, den 31.03.2015, 09:00 Uhr möglich:
Tel. (0511) 762-5687 oder E-Mail: ghs-info@zew.uni-hannover.de
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