2. Theoretische Grundlagen, Definitionen: Bachelorarbeit Kompetenzentwicklung
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In diesem Teil werden die Grundbegriffe und die Definitionen erläutert, die die Hauptrolle in der Bachelorarbeit spielen. Dabei handelt es sich um Definitionen von Begriffen: Kompetenz, Kompetenzentwicklung, Problem, Möglichkeit und Berufsanfänger.
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definitionen
Möglichkeit
Innerhalb dieser Arbeit wird der Begriff „Möglichkeit" als eine realisierbare Alternative, die aus einem Brunn von verfügbaren Alternativen nicht ausgeschlossen werden kann, definiert. In anderen Worten handelt es sich dabei um eine Chance, einen Ausweg, eine sowohl theoretisch als auch praktisch günstige Situation, die verwirklicht werden kann. Das Ziel ist dabei die Schaffung von neuen Denkanstößen, Anregungen aber auch Störungen. Der Begriff Möglichkeit (Möglichkeiten) besitzt eine positive Konnotation.Problem
Als Problem wird in dieser Arbeit ein Zustand der schwierigen Situation, Aufgabe, die einer Lösung bedarf, beschrieben. Etymologisch entspringt das Wort dem Griechischen und bedeutet: das Vorgelegte, die gestellte Aufgabe. Aus diesem Grund wird die Notwendigkeit der Suche nach einer Lösung hergeleitet. Vor diesem Hintergrund wird betont, dass in der vorliegenden Ausarbeitung konstruktive Lösungen von Problemen angestrebt werden und nicht nur deren bloße, rein destruktive „Beseitigung". Der Begriff „Problem" (Probleme) besitzt eine negative Konnotation.Interdependenz der Begriffe: Probleme und Möglichkeiten
Obwohl den beiden oben definierten Begriffen eine gegensätzliche Bedeutung zugeschrieben werden kann, im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung besteht zwischen ihnen eine enge Beziehung. Denn sie koexistieren miteinander und stehen in einem komplexen, interdependenten Verhältnis. Einerseits können Möglichkeiten sowohl neue Möglichkeiten schaffen, als auch neue Probleme generieren (trotz der positiven Konnotation). Andererseits können Probleme sowohl weitere Probleme verursachen, als auch zu Lösungen und neuen Möglichkeiten führen (trotz negativer Konnotation). Daraus resultiert: Der Ursprung einer Möglichkeit kann ein Problem sein, oder der Ursprung eines Problems kann eine Möglichkeit sein.
Kompetenz
Der Begriff „Kompetenz" stammt ursprünglich aus dem Lateinischen: Competentia (Verb: competere) und bedeutet zustehen, zusammentreffen, zukommen. Benutzt wurde das Wort Competentia im Sinne von: zuständig, befugt und rechtmäßig. Im römischen Recht und später im Mittelalter etablierte sich der Begriff Kompetenz als: der notwendige Lebensunterhalt der Kleriker. Später, im 19. Jahrhundert bezog sich Kompetenz auf die Bindung von Behörden an ihre Funktionen, Zuständigkeiten (Vgl. Heyse (2010), S.64). Nach Bergmann ist Kompetenz eine von außen zuerkannte Problemlösefähigkeit (Vgl. Bergmann (2006), S.75). Heyse und Erpenbeck definieren Kompetenzen als: „Fähigkeiten von Menschen, sich in neuen, offenen und unüberschaubaren, in komplexen und dynamischen Situationen selbstorganisiert (aus sich selbst heraus) zurechtzufinden und aktiv zu handeln." Eine andere Variante der beiden Autoren lautet „Kompetenzen sind die komplexen - zum Teil verdeckten - Potenziale. Sie umschließen die komplexen Erfahrungen, das Wissen, die Fähigkeiten, Werte und Ideale einer Person oder von Gruppen." (Heyse, Erpenbeck (2010), S.55-56). Heyse und Erpenbeck weisen in dieser Definition auf den biologischen Ansatz der Autopoiese, der von Humberto Maturana und Francisco Varela charakterisiert wurde.Die neuesten neurobiologischen Erkenntnisse weisen darauf hin, dass der kognitive Charakter der Kompetenzentwicklung ohne Autopoiesis (Entwicklung aus sich selbst heraus), Autotelos (Selbstzweck) und Selbstorganisation nicht bestehen kann oder zumindest unwahrscheinlich wird.
Vor diesem Hintergrund wird Kompetenz als autopoietische und autotelische Problemlöse- und Selbstorganisationsfähigkiet die von Dritten zugeschrieben wird, definiert.
Entwicklung
Der Begriff Entwicklung kann als Entfaltung, Reifung und Veränderung definiert werden. Etymologisch stammt das Wort von dem Verb wickeln oder entwickeln. Im Rahmen dieser Arbeit wird Entwicklung als: Ausbau, Entfaltung, Konstruktion, Heranbildung, Erschaffung verstanden, allerdings nicht als Wachstum.Kompetenzentwicklung
Kompetenzentwicklung kann definiert werden als: die Bemühung eine autopoietische und autotelische Problemlösefähigkeit und Selbstorganisationsfähigkeit die von außen zugesprochen wird zu entfalten. Jeder Mensch ist in der Lage seine Talente und Fähigkeiten für verschiedene Zwecke einzusetzen. Aus neurobiologischer Sicht strebt ein Mensch nach „Gutem" um sein Leben nicht zu gefährden. Auf Grund der kontextuellen Beeinflussbarkeit des Menschen kann es zu Situationen kommen, in denen ein Mensch destruktiv agiert oder nach „Schlechtem" strebt. Dies ist überwiegend kontextbedingt und nur in seltensten Fällen autopoietisch (aus sich selbst heraus). Daher kann an dieser Stelle zwischen „guter Kompetenzentwicklung" und „schlechter Kompetenzentwicklung" differenziert werden.Als gute Kompetenzentwicklung wird also die Kompetenzentwicklung definiert, die die zusätzlichen Möglichkeiten der Kompetenzentwicklung von Dritten eröffnet und fördert. Als schlechte Kompetenzentwicklung wird Entwicklung von Kompetenzen definiert, die die Kompetenzentwicklung von Dritten verhindert oder unwahrscheinlicher macht.
Berufsanfänger
Als Berufsanfänger werden innerhalb dieser Arbeit Personen definiert, die ein Hochschulstudium absolviert haben und sich in einem beruflichen Kontext befinden. Es wird darauf Wert gelegt, dass die Ergebnisse der Untersuchung auch für Berufsanfänger ohne ein Hochschulstudium sinnvoll verwendet werden können.2.3 Relevanz von neurobiologischen Erkenntnissen für die Untersuchung: Lernen