Ausbildung zur Kinderkrankenschwester, wie lerne ich für die Prüfungen?
Ausbildung zur Kinderkrankenschwester ist nicht leicht, man muss viele Wissensgebiete beherrschen unter anderem: Anatomie, Physiologie, Psychologie und Pharmakologie. Optimal ist es, wenn man schon zur Beginn der Ausbildung die effizienten Lernmethoden nutzt.
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Ausbildung zur Kinderkrankenschwester ist nicht leicht, man muss viele Wissensgebiete beherrschen unter anderem: Anatomie, Physiologie, Psychologie und Pharmakologie. Optimal ist es, wenn man schon zur Beginn der Ausbildung die effizienten Lernmethoden nutzt.
Leserfragen: Hallo, ich bin im letzten Viertel meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester... Nächste Woche finden bereits die schriftlichen Prüfungen für das Examen statt, worauf ich auch vorbereitet bin. Ich habe allerdings erst am 18. September meine mündlichen Prüfungen für die ich noch eine ganze Menge lernen muss.
Ich möchte Ihnen einmal erklären wie die Prüfungen ablaufen. Schriftlich müssen wir an 3 aufeinanderfolgenden Tagen je ein Fallbeispiel bearbeiten. Wir bekommen Fragebögen mit offenen Fragen über das Krankheitsbild, die Anatomie und Physiologie des betroffenen Organs, die Psychologie und Pharmakologie. Wir müssen zu Pflegeproblemen (gleichzustellen mit Symptomen) Maßnahmen nennen und diese pflegewissenschaftlich begründen. Des Weiteren müssen wir uns mit für diesen Beruf wichtigen Gesetzen auskennen. Alles muss ich anhand des dargestellten Falls individuell entscheiden bzw. herausfiltern/erkennen und begründen.
In der Mündlichen Prüfung bekommen wir ebenfalls eine Falldarstellung via Zufallsprinzip. In diesem Fall wird das Krankheitsbild NICHT benannt. Wir müssen anhand genannter Symptome und Reaktionen auf bestimmte Diagnostische Maßnahmen selbst sehen, WAS es ist. Und dann müssen wir zu dem Krankheitsbild erzählen, zur Pflege und dann kommt immer eine Situation in dem Fall vor, die man im Fach Psychologie analysieren muss.
Hier wird sich zeigen, wer schon seit langer Zeit gearbeitet und gelernt hat, und wer auf den letzten Drücker gepaukt hat. Um eine umfangreiche Stoffmenge gut beherrschen zu können braucht man viel Zeit. Durch die mehrmaligen Wiederholungen wird der Lernstoff im Langzeitgedächtnis eingeprägt. Dies kann man nur durch Übungen, Wiederholungen und Tests erreichen. Ich würde Dir empfehlen sich beim Lernen kurze Fragen auf Karteikarten aufzuschreiben und diese auf der Rückseite zu beantworten. Im Prinzip kann man jeden Stoff in Fragen umwandeln. Der Vorteil liegt hier daran, dass beim Erstellen der Kurzfragen übt man den Stoff schon mal – hier kommt es zu einer ersten Wiederholung –, und dann beim mehrfachen Durchgehen der Karteikarten wiederholt man weiter.
Mit der Zeit können das sehr viele Karteikarten werden (locker ein paar Hundert) – keine Sorge, das wird nur helfen. Du könntest beispielsweise Karteikarten in drei Farben mit Fragen erstellen: die erste Farbe für Fragen bezüglich der Symptome, die zweite Farbe für Fragen bezüglich der Reaktionen und die dritte Farbe für Fragen die diagnostische Maßnahmen betreffen.
Für die schriftiche Prüfung habe ich bisher wie folgt gelernt: Ich habe mir Karteikarten geschrieben und dort alles in Stichpunkten aus Büchern aufgeschrieben und mehrmals wiederholt. Unterteilt in Krankheitslehre, Pflege, Anatomie und Physiologie. Recht und Psychologie habe ich separat auf Karteikarten geschrieben. Wie sie sehen alles in Kategorien. Lediglich Pflege und Krankheitslehre wurden in gewisser Weise dahingehend verknüpft, dass die Pflege auf möglichen Symptomen und möglichen Komplikationen aufbaut. Also ja schon irgendwie vernetzt. Allerdings nicht so, dass ich Komplikationen anhand der Physiologie der Organe erklären könnte...also die Ursache. des Weiteren habe ich Probleme, große Mengen an Lernstoff (und wir reden hier von einem halben Medizinstudium in 3 Jahre gequetscht) zu behalten...Da ich immer noch teilweise auswendig lerne, wenn mir (wie in ihrem e-Book schon beschrieben) Themen einfach nicht liegen...Weil ich sie nicht verstehe und sie mir selbst mit bereits vorhandenem Wissen aus anderen Themen nicht erklären kann (eben aufgrund der oben beschriebenen Art wie ich mit den Karteikarten lerne).
Zum Beispiel Diabetes Mellitus: Ich kenne die Physiologie der Insulinproduktion durch die Bauchspeicheldrüse, weiß, wie die Bauchspeicheldrüse aufgebaut ist und im Allgemeinen funktioniert, ich kenne die Symptome, die Komplikationen, die Therapie. Ich verstehe aber nicht, wie es zu diesen Komplikationen kommen kann und warum. Denn diese Komplikationen wiederum stehen ja nicht immer im Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse...sondern können auch mit dem Herzen zusammenhängen oder mit der Wundheilung also der Durchblutung etc. ...Ich kann außerdem beim Thema Pflege nicht immer sagen: Warum muss ich das jetzt so machen? Wie kann ich es noch machen, wenn das nicht möglich ist.
Verstehen sie was ich meine?? Ich muss in meinem Beruf viele Zusammenhänge kennen. Natürlich habe ich mir in den 3 Jahren mittels Auswendiglernen und auch anderen (unbewussten und bewussten) Lernmethoden viel Wissen angeeignet. Aber ich würde gerne, gerade für die mündliche Prüfung, die Hyperlernmethode anwenden. Ich weis nur nicht wie.
JA, das kann ich mir gut vorstellen. Allerdings sollte man nicht nur eine einzige Methode (z. B. Hyperlernen) nutzen, um sein Wissen auszubauen. Die Methode sollte ein Werkzeug sein, um Neues möglichst effektiv zu lernen und für lange Zeit im Gedächtnis zu behalten. Für die Hyperlernenmethode gibt es auch keinen einzigen Weg. Die Grundlage ist: neues Wissen an das Vorhandene anzuknüpfen. Ob die Wissensbereiche verwandt sind oder nicht ist hier unerheblich. Was ich im E-Book beschrieben habe ist nur meine Sicht der Dinge. Natürlich wäre es optimal, wenn jeder die Hyperlernen-Methode für sich angepasst und optimiert anwendet und zwar so, dass das Lernen am meisten Spaß macht.
Folgendes habe ich mir schon überlegt: Ich schreibe ein Krankheitsbild auf um das es geht und baue ein Gerüst mit allen Symptomen, Komplikationen, diagnostischen Maßnahmen und Therapiemöglichkeiten. Die Symptome verknüpfe ich wiederum mit Pflegemaßnahmen und die Komplikationen mit vorbeugenden Maßnahmen sowie organphysiologischen Ursachen.
Das ist doch eine Super-Idee! Es kann auch sein, dass sie für Dich besser funktioniert als jeder andere Vorschlag. Vergesse nicht, dass Du schon viel geschafft hast. Du bist schon am Ende der Ausbildung und hast viel mehr Erfahrung als am Anfang.
Oder bin ich dann schon wieder total weg von dieser Lernmethode??
Wie oben gesagt: Jeder Weg ist gut, sobald er Dich näher an das Ziel bringt.
Könnten Sie mir vielleicht sagen, wie ich es am besten anstellen soll???
Auf jeden Fall kann ich Dir empfehlen, immer neugierig zu sein und ständig zu hinterfragen: warum, wie, womit kann man das verbinden.
In Deinem Beruf wirst Du Dein Wissen unmittelbar an Menschen anwenden. Das ist eine zusätzliche Motivation. Daher lerne niemals nur, um eine Prüfung zu bestehen, sondern um Probleme zu lösen oder Menschen zu helfen.
Scheue keine Tests, beantworte die Fragen-Karteikarten täglich so lange, bis sie wirklich sitzen und zu unbewusster Kompetenz werden.
Ich hoffe, Dir mit diesen Tipps weitergeholfen zu haben,
Solltest Du noch Fragen haben, melde Dich einfach wieder.
Wünsche Dir alles Gute und vor allem viel Erfolg in den Prüfungen.
Dein Instinkt ist goldrichtig – und die Forschung bestätigt ihn
Was du da machst, ist genau das Wirksamste, was es gibt: Karteikarten mit Frage und Antwort sind aktives Abrufen (Retrieval Practice) – der stärkste Lerneffekt überhaupt, weil das Erinnern selbst das Gedächtnis festigt. Auch dein Farbsystem (Symptome, Reaktionen, Diagnostik) und dein Krankheitsbild-Gerüst sind ideal: Du verknüpfst und ordnest, statt isoliert zu pauken.
Zwei Dinge helfen zusätzlich gegen das „Ich verstehe das Warum nicht": Frag bei jeder Komplikation konsequent „Warum führt das dazu?" und zeichne die Kausalkette einmal selbst auf – und nutz verteiltes Wiederholen (die wackelnden Karten öfter, die sicheren seltener). Und der wichtigste Satz: In deinem Beruf lernst du, um Menschen zu helfen – das trägt weiter als jede Prüfungsangst. Du hast schon viel geschafft; Schritt für Schritt schaffst du auch das.