Das Mind Map Buch von Tony Buzan - Erfahrungsbericht.
Fazit: Alle Bücher, die uns beim Lernen, Lesen, Notieren oder Studieren helfen sollen, sind mit Vorsicht zu genießen. Man sollte diese Literatur durch eigene „Filter-Brille" lesen und für sich persönlich Techniken aussuchen die einem näher liegen. Denn jeder von uns ist einzigartig, und die Kombination der Erfahrungen und des Wissens macht das Wesentliche für unsere Persönlichkeit aus.
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Hallo, "Das Mind Map-Buch" von Tony Buzan habe ich wirklich mit Genuss gelesen. Doch gibt mir die fast schon fanatische Verfechtung seines Schreibstils Anlass zur Kritik.
Mind Mapping ist eine wirklich gute Methode zum Strukturieren und lernen komplexer Sachverhalte. Ich selbst lerne in einigen Fächern mit Mind Maps. Doch Mind Maps sind meiner Meinung nach nicht ganz das, was Tony Buzan verspricht. Die Form der Mind Map ist zwar durchaus sehr praktikabel und strukturierend doch weniger wirklich universell. Bei Sachverhalten, die man sich entweder in allen Einzelheiten oder nur grob aneignen muss ist es meiner Meinung nach nicht angebracht eine Mind Map zu erstellen.
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Fazit: Alle Bücher, die uns beim Lernen, Lesen, Notieren oder Studieren helfen sollen, sind mit Vorsicht zu genießen. Man sollte diese Literatur durch eigene „Filter-Brille" lesen und für sich persönlich Techniken aussuchen die einem näher liegen. Denn jeder von uns ist einzigartig, und die Kombination der Erfahrungen und des Wissens macht das Wesentliche für unsere Persönlichkeit aus.
Bei zu großen Mind Maps, in die man versucht möglichst viele Informationen zu "packen" geht mit der Zeit die Übersichtlichkeit verloren. (Wenn man irgendwann ganze Tapetenrollen ablaufen muss um zu seinem Unterpunkt zu gelangen ist das nicht übersichtlich).
Bei nur grob zu lernenden Sachverhalten reicht meines Erachtens ein Flussdiagramm mit Pfeilen völlig aus. Das Erstellen einer Mind Map würde hier einfach zu viel Zeit kosten bei zu geringem Nutzen. Tony Buzan spricht beim Mind Mapping immer von einer Art "Allheilmittel des Denkens".
Das ist es keineswegs. Es ist eine Methode unter vielen. Jede hat ihren Platz, so auch die Mind Map. Dass Tony Buzan jedoch seine Methode über alles stellt, durch eine Sprache als würde Mind Mapping der Gesetzestafeln gleich vom Himmel in seinen Kopf gefallen sein ist in keinem Fall akzeptabel.
Außerdem sind im Anfang des Buches einige Fehler enthalten, die einfach in einem "modernen" Buch, das sich mit dem Gehirn im weitesten Sinne befasst nicht vorkommen darf. Die Behauptung, dass ein Mensch nur 1% seiner Gehirnleistung nutzt und dass es mit Mind Mapping möglich ist, plötzlich genial zu werden ist eindeutig falsch. Wenn ein Mensch irgendwo auf der Welt nur 1% seiner Gehirnleistung nutzen würde, weilte er nicht mehr unter den Lebenden. Deshalb rate ich, das Mind-Map-Buch mit Vorsicht zu "genießen". mfg, Markus
Vielen Dank Markus für Deine Meinung.
Das ist ein sehr guter Ansatz - erstmal überlegen ob eine Methode geeignet für mich ist, dann einen Filter einschalten - und aussortieren auf der Basis der Informationen über dem Autor und dann schließlich für sich selbst zu adaptieren.
Ich stimme dir zu, dass Tony Buzan seine Methode zu sehr über andere Methoden stellt.
Andrerseits wiederum ist seine Art und Weise auf neue Methoden aufmerksam zu machen auch sehr gut. Seine Stellung motiviert ausreichend sich mit dieser Methode auseinanderzusetzen. Oft sind Leute, die Bücher über Lerntechniken kaufen, auf der Suche nach einem sog. Quick Fix - sie suchen eine „Pille" die man mühelos schlucken kann die später ohne Fleiß und Arbeit ermöglicht alles zu merken und zu erlernen. Sie sind unzufrieden mit den jetzigen Ergebnissen und suchen nach Möglichkeiten die das Lernen vereinfachen können. Nun, leider gibt es solche Pille oder solchen Quick Fix nicht. Man muss erst einige Phasen der Lern-Entwicklung durchlaufen bis man das selbst entdeckt hat.
Ich bin der Meinung, dass eigentlich alle Bücher mit Vorsicht zu genießen sind, denn man kann ja nicht eine Methode auf alle Sachverhalte des Lebens übertragen, das betrifft vor allem auch das Lernen. Z.B. das Buch über Schnelles Lesen von Tony Buzan ist auch sehr gut, aber es reicht nur, dass man im Ausland lebt - und sich der Fremdsprache bedienen muss - dann scheitert schon die Idee des Schnellen Lesens. Man braucht dann nämlich Jahre bis man überhaupt das Wortschatzniveau eines 18 Jährigen erreicht der in diesem Land von Geburt an lebt.
Genau richtig gedacht: Mind Mapping ist ein Werkzeug, kein Allheilmittel
Markus' Kritik trifft einen wichtigen Punkt – und sie zeigt vorbildlich, wie man Lernratgeber lesen sollte: mit Filter. Mind Mapping ist hervorragend, um Themen zu strukturieren und sich einen Überblick zu verschaffen. Aber es ist eine Methode unter vielen, kein Wundermittel – für sehr detaillierte oder rein lineare Inhalte sind oft schlichte Notizen oder ein Flussdiagramm besser.
Auch der Hinweis zum „nur 1 % des Gehirns"-Mythos ist goldrichtig: Das ist nachweislich falsch, wir nutzen unser ganzes Gehirn. Genau diese gesunde Skepsis macht dich beim Lernen stärker als jedes Versprechen.
Die praktische Regel daraus: Wähl die Methode nach dem Zweck – Überblick? Mind Map. Details? Lineare Notiz. Reihenfolge? Liste. Mit dem passenden Werkzeug und etwas Übung wird fast jeder Stoff machbar.