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Lernen & Gedächtnis
20. Februar 2023 Aktualisiert am 25. Juni 2026

Kompetenzstufen und die Anwendung der Lernmethoden

Die Anwendung verschiedener Lernmethoden hängt mit den Abstufungen der Kompetenz zusammen. Es gibt verschiedene Kompetenzmodelle und -rahmenwerke, die verschiedene Kompetenzstufen definieren. Diese Modelle dienen als Referenzpunkte für die Beschreibung und Messung von Fähigkeiten und Lernzielen auf verschiedenen Ebenen.

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Die Anwendung verschiedener Lernmethoden hängt mit den Abstufungen der Kompetenz zusammen. Es gibt verschiedene Kompetenzmodelle und -rahmenwerke, die verschiedene Kompetenzstufen definieren. Diese Modelle dienen als Referenzpunkte für die Beschreibung und Messung von Fähigkeiten und Lernzielen auf verschiedenen Ebenen.

Ich habe Dir vorgestellt worum es ungefähr bei der Hyperlernen Methode geht. Du hast Dir einen soliden Überblick über vernetzte Wissensnetze, Konstrukte und Modelle verschaffen können.
Aber wie nutzt man diese Methode genau in der Praxis?

Eine gute Frage!
Die meisten begabten Menschen wenden diese Methode unbewusst an. Für sie ist es normal, dass sie sich große Mengen von Informationen leicht einprägen können und diese auch nicht mehr vergessen. Sie können sich leicht für jedes beliebige Thema begeistern und gleichzeitig profitieren davon, weil sie ihr mächtiges Wissensnetz weiterhin vergrößern.

Nun, nur die wenigsten wissen, dass Genie auch erlernbar ist. Man kann jede Fähigkeit dermaßen beherrschen, dass man sie praktisch unbewusst anwendet. Das Schlüsselwort ist hier: Kompetenz.

WAS DU ÜBER KOMPETENZ WISSEN SOLLTEST?

Optimal kann man eigene Kompetenzen nur steigern, indem man versteht, wie sie aufgebaut werden können. Das Lernen betrifft das gleiche - effektiv lernen kann nur die Person die versteht wie ein Lernprozess erfolgt und aus welchen Stufen oder Zwischenschritten es besteht.

Man kann vier Kompetenzstufen unterscheiden (dazu jeweils ein anschauliches Beispiel):

Unbewusste Inkompetenz

Inkompetenz (Bsp.: Im Kindergarten oder in der Grundschule kennt man noch keine Lernmethoden, keine Major-Systeme, Routen-Systeme oder Mnemotechniken. Man weiss einfach noch nicht dass es diese gibt deshalb unbewusste (nicht wissen) Inkompetenz (Fähigkeitsmangel) Ich kenne Menschen die Ihr ganzes Leben auf dieser Stufe verbringen, denn sie meinen sie wären so gut, dass sie nichts mehr neues lernen oder erfahren müssen. Persönlich halte ich diese Stufe für ein ziemlich gefährliches Niveau.

Bewusste Inkompetenz

(Bsp.: wenn man das Beispiel von oben weiterführt - ein Junge geht weiter zur Schule und eines Tages erfährt er aus dem Fernsehen, oder aus einem Buch, dass es so was wie Mnemotechniken, Major Systeme, Route Systeme, Kettenmethoden und so weiter gibt. Ihm ist also die Präsenz dieser Methoden bewusst (er weiss, dass es sie gibt). Nun leider kennt er die genaue Vorgehensweise bei den Techniken nicht und er weiss nicht wie er sie anwenden soll. (daher Inkompetenz - weiterhin Fähigkeitsmangel). Dieses Niveau ist etwas sicherer, denn wenn Menschen klar ist, dass sie etwas nicht können (was es aber gibt und was die anderen können) dann tendieren sie dazu ihre Fähigkeiten zu erweitern und auszubauen.

Bewusste Kompetenz

(Bsp.: Der Junge hat sich ein Buch von Tony Buzan oder Christian Grüning gekauft. In Diesen Büchern hat er die genauere Vorgehensweise bei der Anwendung von Mnemotechnik kennen gelernt und er probiert das in seinem Schulleben aus. Er spielt mit den Methoden, lernt damit für seine Tests. Ihm ist also bewusst dass es effektive Lerntechniken gibt, und er weiss auch wie er diese Techniken anwenden soll. Er muss nur noch Schritt für Schritt diese Techniken anwenden und er wird immer schneller und effektiver daran. Seine kognitiven Leistungen steigen.

Unbewusste Kompetenz

das höchste Niveau dass es zu erreichen gilt. Bsp.: Hier ist unserer Schulknabe schon so flott beim Anwenden der Mnemotechniken und der Schule, beim Hausaufgaben machen oder im Unterricht, dass die ganzen Schritte in seinem Kopf praktisch von alleine ablaufen. Er macht es einfach automatisch. Ihm ist sogar nicht mehr bewusst, dass er diese Techniken Schritt für Srchritt anwendet, weil es für ihn undenkbar ist, anders zu lernen.

Kompetenzmodelle

Es gibt viele verschiedene Kompetenzmodelle und -rahmenwerke, die verschiedene Kompetenzstufen definieren. Einige der bekanntesten Kompetenzmodelle und -rahmenwerke sind:

  • Bloom's Taxonomie: Ein hierarchisches Modell, das sechs Stufen des kognitiven Lernens definiert, von der einfachen Wissenswiedergabe bis hin zu kreativem Denken und Problemlösung.
  • Das Europäische Referenzrahmenmodell für Sprachen (GER): Ein Modell, das sechs Stufen der Sprachkompetenz definiert, von A1 (Anfänger) bis C2 (fortgeschritten).
  • Das Digital Competence Framework for Citizens (DigComp): Ein Rahmenwerk, das verschiedene Kompetenzen im Umgang mit digitalen Technologien definiert, von grundlegenden Fähigkeiten bis hin zu fortgeschrittenen Kenntnissen.
  • Das Framework for Information Literacy for Higher Education (ACRL): Ein Modell, das sechs Stufen der Informationskompetenz definiert, von der grundlegenden Identifizierung von Informationen bis hin zur Bewertung und Nutzung von Informationen in einem bestimmten Kontext.

Diese Modelle und Rahmenwerke dienen als Referenzpunkte für die Beschreibung und Messung von Kompetenzen auf verschiedenen Ebenen. Sie können sowohl von Einzelpersonen als auch von Organisationen genutzt werden, um Fähigkeiten und Lernziele zu definieren und zu bewerten.


Vom Nichtwissen zum Können – in vier Stufen

Das Modell der vier Kompetenzstufen ist ein hilfreicher Kompass: von der unbewussten Inkompetenz („ich weiß nicht, dass ich es nicht kann") bis zur unbewussten Kompetenz („ich mache es automatisch richtig"). Es macht sichtbar, dass Können kein Geschenk ist, sondern ein Weg mit klaren Etappen.

Das Ermutigende daran: Jede Stufe ist erreichbar – nicht durch Talent allein, sondern durch bewusstes, gezieltes Üben. Was anfangs anstrengend und Schritt für Schritt abläuft, wird mit der Zeit zur Selbstverständlichkeit. Fast jede Fähigkeit ist erlernbar – man muss nur wissen, auf welcher Stufe man steht, und dranbleiben.