Zurück zum Blog
Lernen & Gedächtnis
26. Dezember 2006 Aktualisiert am 25. Juni 2026

Lernen nur durch Wiederholung, geht das?

Das Lernen durch Wiederholen geht, aber es ist nur bedingt sinnvoll und ratsam.

Verwandle das Gelesene in konkretes Handeln

Wissen allein verändert nichts — erst der Plan macht den Unterschied. Erstelle in Sekunden einen persönlichen Aktionsplan und setze das Gelesene sofort um.

Meinen Aktionsplan erstellen

Das Lernen durch Wiederholen geht, aber es ist nur bedingt sinnvoll und ratsam.

An der Uni oder in der Schule wird man mit dem Lernstoff konfrontiert.
Jede nächste Woche bringt wieder neuen Stoff und so wird das in der ersten Woche Gelernte mit dem Stoff aus der zweiten Woche ersetzt. Man kommt kaum dazu, die Sachen zu wiederholen. Im Endeffekt muss man sich immer vor den Tests oder Prüfungen das einmal gelernte Wissen wieder aneignen.
Ich hatte genau das gleiche Problem, und habe festgestellt, dass ich die Sachen immer neu gelernt habe. Es gab ständig etwas Neues und ich kam nie dazu etwas zu wiederholen.


Und das ist der Clou beim Lernen – nicht wiederholte Inhalte geraten in Vergessenheit! (hier zu gibt es natürlich Ausnahmen – Ereignisse die stark alle Sinne angesprochen haben oder die besonders dramatisch waren : z. B. 11 September – dieser Tag ist kaum zu vergessen obwohl man es nie absichtlich gelernt hat.


Beim lernen oder studieren sind leider nicht alle Inhalte so stark Emotionen-erregend und man muss selbst die Wege finden um den Stoff lang im Kopf zu behalten. Geplantes Wiederholen kann dabei sehr hilfreich sein. Man kann natürlich nicht alles wiederholen aber wenn man den Stoff nur auf das Wesentliche reduziert und nur die Listen oder wichtigsten Schlüsselbegriffe aufschreibt und wiederholt – dann ist es machbar.

Es gibt ein sehr einfaches Beispiel für lernen ohne Anstrengung aber mit viel Wiederholungen.
Ich bin mir sicher, dass jeder von euch sich sehr gut und detailliert erinnern kann – welche Gegenstände im eigenen Zimmer oder Wohnung an welcher Stelle stehen. Jeder ist ohne zu Zögern in der Lage alles aufzulisten und zwar genau! was befindet sich im Schlafzimmer, im Wohnzimmer in der Küche oder im Bad.

Und jetzt kommt die Frage : Habt Ihr schon irgendwann alle diese Gegenstände absichtlich gelernt? Sich in das Gedächtnis eingeprägt?

Genau! Niemals, keiner lernt so etwas, wozu denn?
Die Tatsache ist: dass mit regelmäßigen Wiederholungen , (und nur mit Wiederholungen) so was ohne Anstrengung und sogar unbewusst eingeprägt werden kann. Dies kann man dazu nutzen um sich Übersichten, Mind Maps oder wichtigsten Definitionen zu erlernen. Es reicht diese im eigenen Lernzimmer auf der Wand aufzukleben so dass sie ständig mit dem Auge gesehen werden können. Nach einiger Zeit werden diese Inhalte im Langzeitgedächtnis eingeprägt. – durch Wiederholung.


Wiederholen ja – aber verteilt und aktiv

Das Beispiel mit der eigenen Wohnung ist treffend: Was wir oft genug sehen, prägt sich von selbst ein. Genau dieses Prinzip kannst du fürs Lernen nutzen – mit zwei Verstärkern aus der Forschung:

  • Verteilt statt am Stück: Lieber kurz an mehreren Tagen wiederholen als alles auf einmal. So wandert der Stoff zuverlässig ins Langzeitgedächtnis.
  • Aktiv abrufen statt nur wiederlesen: Sich selbst abfragen wirkt deutlich stärker als das bloße Anschauen – auch wenn es etwas anstrengender ist.

So wird aus „nur wiederholen" eine verlässliche Methode. Mit der richtigen Wiederholung bleibt fast jeder Stoff dauerhaft im Kopf.