Vorteile und Nachteile des Lernens und Studierens in einer Lesekabine (Carrel)
Lernen und Studieren in einem Carrel ist nur für kurze Zeit gesund. Wer über längere Zeit hinweg in einem Carrel lernen will, muss entweder starke Persönlichkeit und unermüdliche Ausdauer haben, oder aber ein ziemlich unsozialer Mensch sein.
Lernen und Studieren in einem Carrel ist nur für kurze Zeit gesund. Wer über längere Zeit hinweg in einem Carrel lernen will, muss entweder starke Persönlichkeit und unermüdliche Ausdauer haben, oder aber ein ziemlich unsozialer Mensch sein.
Carrels bringen jede Menge Vorteile mit sich. Anbei findest Du die Liste von Vorteilen die man in Anspruch nehmen kann, solange man studiert und einen Zugang zu einem Carell hat. Im weiteren verlauf des Beitrags, werden auch die Nachteile unter die Lupe genommen.
Vorteile des Lernens und Studierens in Lesekabine (Carrel)
Abschirmung von ungewollten Geräuschen - in einem Carrel ist man von akustischen Geräuschen sehr gut isoliert. Die Wände in den Carrels sind meistens aus weichem Schwamm, bzw. werden mit solchen Stoffen beklebt. Dadurch stört man anderen Menschen nicht, wenn man beispielsweise am tippen ist. Andererseits stören auch die anderen nicht, wenn sie auf den Tastaturen die wertvollsten Gedanken zu den Seminararbeiten festhalten und man selbst nur auswendig lernen oder im Geiste etwas wiederholen möchte.
Soziale Isolation - auch von andern Mitstudenten ist man in einem Carrel ziemlich gut abgegrenzt. Das macht Sinn wenn man die Aufgaben nur selbst bewältigen kann oder sich etwas einprägen muss. Meistens ist der soziale Kontext schon förderlich beim Lernen. Man muss aber diszipliniert sein und keinen Klatsch und Tratsch betreiben. Die Zeit vergeht beim Lernen und beim Quatschen wie im Flug. Da ist es wichtig, dass man von Menschen umgeben ist, die einen abfragen können und nicht mit unnötigen Details zutexten.
Zum Ausruhen ziemlich gut - Carrels sind auch für Pausen oder kurze power naps gut. Dadurch dass einem nicht gestört werden kann, weil man ja abgeschlossen ist, kann man in Ruhe Kräfte tanken. Manche Studenten mieten die Carrels tatsächlich um dort zu schlafen. Später sind sie in der Vorlesung ausgeruhter und dadurch Aufnahmefähiger und lernen schneller. Allerdings sind die Carrels ziemlich unbequem. Man kann sich höchstens im Stuhl an einer Wand lehnen. Liegen kommt in einem Carrel nicht in Frage.
Carrel als ein abgeschlossener, sicherer Ort - Man kann in einem Carrel Lesematerialien wie Bücher, Zeitschriften, Magazine oder sogar Computer (Laptop) platzieren und die Lesekabine dann abschließen. Die einzigen Personen, die einen (legalen) Zutritt zu den Carrels haben sind die Reinigungskräfte der Bibliothek. Die sind aber meistens nach den Öffnungszeiten der Bibliothek tätig - also nachts. Tagsüber darf niemand in eine abgeschlossene Kabine rein. Das hilft schon enorm weil die Bücher nicht abgeräumt werden. Während der intensiven Recherchen für Abschlussarbeiten hat man dann die Möglichkeit kurz raus zu gehen und beispielsweise in der Mensa etwas essen.
Nachteile beim Lernen in einer Lesekabine (Carrel)
Aber nicht nur Vorteile bringen Carrels mit sich. Es gibt auch einige Nachteile, die mit einer solchen Lesekabine verbunden sind. Sie kann man auch unter die Lupe nehmen. Dadurch kann jeder eine bessere Entscheidung für sich persönlich treffen. Soll ich in einem Carrel lernen oder soll ich nicht lernen.
Schlechte Beleuchtung - Häufig sind die Carrels in einer Bibliothek mit einer Tischleuchte ausgestattet. In den meisten Fällen ist das dann auch die einzige Lichtquelle in diesem kleinen, von der Welt abgeschnittenen Raum. Nur leider sind die Leuchten nicht die besten. Ich habe die Carrels an verschiedenen Universitäten vergleichen können und kein hat mich umgehauen. Die meisten Arbeitsplätze in den Carrels sind schlecht beleuchtet.
Soziale Abgrenzung kann zum Nachteil werden - Der Mangel an sozialen Kontakten kann beim Lernen sehr schnell zum Nachteil werden. Effektiv lernen kann jeder, meistens auch und vor allem dann, wenn man andere Menschen um sich hat. Ein Carrel ist als ein Einzelarbeitsplatz gedacht. Für mehr als einen Menschen gibt es dort keinen Raum.
Carrels sind nicht immer sauber - Manche Carrels werden von echten Ferkeln benutzt. Anscheinend nicht jeder Student hat begriffen, dass man einen ausgeliehenen Arbeitsplatz genau so belassen soll, wie man ihn vorgefunden hat. Dadurch erlauben sich einige Studenten oder wissenschaftliche Mitarbeiter (in manchen Fällen ist beides das selbe: wenn ein Masterstudent als wissenschaftliche Hilfskraft für Bachelorvorlesungen angestellt ist. Da hilft es nichts außer selbst den Leuten zu zeigen wie sauber ein Carrel hinterlassen werden kann.
Die Wartezeit für Carrels ist häufig ziemlich lang - An meiner Universität wartet man bis ein Carrel frei wird sogar 2 Monate. Für kurzfristige Vorbereitung für Klausuren oder Prüfungen ist das nichts. Man soll sich relativ früh überlegen von wann und bis wann man einen Carrel mieten möchte.
Für langfristiges Arbeiten ist Carrel ungeeignet - Meiner Meinung nach, ist ein Carrel ausschließlich für kurzfristige Arbeitsperioden geeignet. Wer über eine lange Zeit hinweg in einem Carrel arbeiten möchte (ein halbes Jahr oder länger) muss schon ein extrem introvertiertes Persönlichkeitsbild aufweisen. Die dunkle, eintönige und unsoziale Umgebung machen einen sozialen Menschen ziemlich fertig. Daher würde ich für lange Examensvorbereitungen ein Carrel abraten. Es sei denn man will sich zum vollständigen introvertierten Menschen umwandeln.