Wie baut man die lebenswerteste Gemeinde der Welt auf?

Veröffentlicht am: in der Kategorie: Kompetenzentwicklung

Der Schuhversandhandel Online: Zappos.com schafft eine mitarbeiterfreundliche Unternehmenskultur in einem Betrieb mit mehr als 1500 Mitarbeitern zu schaffen. Jetzt versucht der Manager von Zappos Tony Hsieh eine Gemeinde in Las Vegas aufzubauen, die das Prädikat der lebenswertesten Gemeinde der Welt tragen soll.

Um de lebenswerteste Gemeinde der Welt aufzubauen braucht man möglichst viele Interaktionen, oder besser gesagt, glückliche Kollisionen zwischen Menschen. Diese Kollisionen sorgen dann für Aufbau von nötigen Kompetenzen die situationsabhängig eingesetzt werden können.

Vergleicht man andere große Unternehmen, die mehrere Tausend Mitarbeiter beschäftigen, merkt man, das sie anders vorgehen. Nike, Google oder Apple richteten ihre eigene Campus-Standorte als geschlossene Enklaven ein. Die Gebäude befinden sich meistens außerhalb von großen Städten, Zutritt haben nur die Mitarbeiter. Für diese Unternehmen funktioniert dieses Prinzip auch gut, wie man sieht. Apple baut seinen Marktanteil kontinuierlich weiter und bietet etwas andere Computer als die anderen. Google bietet eine weltweit größte Suchmaschine, einzige seiner Art an. Schließlich Nike produziert Fußbekleidung.

Die oben genannten drei Unternehmen verbindet etwas besonderes: sie bieten etwas eigenes, etwas was sie selbst schaffen oder produzieren an.

Die möglichst vielen glücklichen Kollisionen sind bei Zappos notwendig, weil das Unternehmen selbst nichts produziert. So gesehen es steht sogar in Konkurrenz mit Nike. Denn es verkauft die selben Schuhe, die so viele Hersteller produzieren und auch selbst verkaufen. Daher kommt es auf die Interaktionen die einen Mehrwert schaffen und die Zappos ermöglichen, einen Kundenservice anzubieten, der kaum zu überbieten ist.

Tony Hsieh vergleicht sein Vorhaben, ein Zappos Campus mitten in kaputten Las Vegas aufzustellen, mit der Universität New York, die mitten in New Yorker Stadtviertel Manhattan errichtet wurde. Eine solche Location erzwingt sogar die Interaktionen, anstatt sie zu verhindern.

Wie in der Überschrift vermerkt, sollte sich bei dem Projekt nicht nur um ein Campus für Mitarbeiter von Zappos handeln, sondern um eine Gemeinde. Außer in das neue Firmengebäude, werden große Summen Geld in Wohnungen, Schulen und Ansiedlung von neuen Technologie-Firmen investiert. Insgesamt soll das Projekt in den kommenden Jahren 350 Millionen Dollar verschlingen. Die Philosophie des 34 jährigen Unternehmers ist um 180 Grad umgekehrt, als die Philosophie der gewöhnlichen Unternehmen. Die meisten Schaffen ein Gebäude, deinen Firmensitz und füllen es später mit Leben. Das geschieht meistens, indem neue Mitarbeiter einfach in das Bauwerk versetzt werden. Bei Zappos soll alles umgekehrt erfolgen: es werden die richtigen Leute zusammengebracht, die sich dann ihre Umgebung und ihren Kontext selbst gestalten. Daraus entsteht eine Robuste Konstruktion, die sowohl die Mitarbeiter glücklich macht, als auch alle anderen, die mit den Mitarbeitern im Kontakt stehen - vor allem die Kunden.

Welche Auswirkung die Zusammensetzung von kreativen Menschen an einem Ort haben kann, beschreibt der Harvard-Ökonom Edward Glaeser in seinem Buch „Triumph of the City". Laut dem Ökonomen reichen 250 kreative Personen pro 10.000 Quadratmeter um beeindruckende Veränderungen zu bewirken. Im Grunde genommen steigen dann die Produktivität und die Innovativität schneller als die Bevölkerungszahlen zunehmen. Daraus ergibt sich ein solider Überschuss, der auf andere Bereiche quasi automatisch übertragen wird.

Was bei Zappos überzeugt und als Kompetenz anerkannt werden kann?

Was bei Zappos überzeugt und als Kompetenz anerkannt werden kann ist der Wert der auf Menschen gelegt wird. Sowohl die Mitarbeiter als auch die Kunden stehen im Fokus des Unternehmens und zwar nicht als geldausgebende Konsumwesen, sondern als zufriedene und glückliche Akteure, die nach einem Kauf rund um zufrieden wirken.

Von den Drei Ts (Talent, Technology, Tolerance) habe ich nur an meiner Hochschule gehört. Live kann man das momentan in den Vereinigten Staaten beobachten. Das Downtown Projekt von Tony Hsieh und Zappos scheint ein Vorzeigeprojekt darstellen. Die Entwicklung werde ich auf jeden Fall verfolgen. Wenn ich etwas neues zu diesem Thema gefunden habe, werde ich es unmittelbar posten.