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Gehirn & Psychologie
29. Mai 2008 Aktualisiert am 25. Juni 2026

Wie ist Lernen durch Ablenkung möglich?

Lernen durch Ablenkung ist tatsächlich möglich. Die Forscher von UCLA haben durch Untersuchungen nachgewiesen, dass wenn man abgelenkt wird - so bemüht sich das Gehirn automatisch besser und die Inhalte werden besser gemerkt. Das Hirn wird sozusagen stärker beansprucht.

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Lernen durch Ablenkung ist tatsächlich möglich. Die Forscher von UCLA haben durch Untersuchungen nachgewiesen, dass wenn man abgelenkt wird - so bemüht sich das Gehirn automatisch besser und die Inhalte werden besser gemerkt. Das Hirn wird sozusagen stärker beansprucht.

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Wie funktioniert Lernen durch Ablenkung? Ich dachte bis jetzt dass man besser lernt wenn man nicht abgelenkt wird, sondern konzentriert bei einer Aufgabe bleibt.

Man kann tatsächlich vieles besser behalten wenn man während des Lernens ab und zu abgelenkt wird. Die Ablenkung muss aber einige Voraussetzungen erfüllen. Die Forscher von UCLA - Universität California, Los Angeles haben nämlich 2007 ein Experiment durchgeführt:

- die Studenten sollten sich 48 Wörter-Paare einprägen wie z.B. (Land: England, Obst: Apfel, Blume: Orchidee usw.) Nach dem die Liste gelernt wurde, müssten einige Teilnehmer sich einer zweiten Session unterziehen. Und zwar, sie müssten sich mehrere Bilder von ähnlichen Gegenständen wie sie sich einprägen müssten, der unterschied : die Kategorien sind gleich geblieben wie z.B: Land, Obst oder Blume, aber das Land war diesmal nicht mehr England sondern Mexiko, das Obst auf dem Bild war kein Apfel sondern Blaubeeren, Auf dem Blumenbild war statt Orchidee eine Rose.


Das Ergebnis des Tests ist wie folgt ausgefallen:
Die Studenten, die durch die Bilder abgelenkt wurden und keine Gelegenheit hatten in Ruhe bis zum Test abzuwarten haben besser abgeschnitten als die, die sich keine Bilder anschauen müssten. Die Hirnforscher haben die Ergebnisse damit begründet, dass eine solche Ablenkung nach einer Lerneinheit das Gehirn dazu zwingt besser zu arbeiten und sich mehr anzustrengen um neue Sachen zu erlernen. Leiter dieser Untersuchung war Benjamin Storm von UCLA.
Der Blogger Dieter von Jurafernstudium Blog beschreibt auch wie man mit Hilfe von Ablenkungen für Juraklausuren lernen kann.


Ein wichtiger Unterschied: „Anstrengung" ist nicht „Ablenkung"

Hier lohnt eine Einordnung, damit kein Missverständnis entsteht. Die Forschung zeigt nicht, dass Ablenkung durch Handy oder Benachrichtigungen das Lernen verbessert – das Gegenteil ist gut belegt. Wirksam ist etwas anderes: das Prinzip der „wünschenswerten Erschwernisse" (desirable difficulties, Robert Bjork). Wenn das Abrufen von Wissen etwas Mühe kostet – weil man variiert, Themen mischt (Interleaving) oder sich aus dem Gedächtnis prüft –, bleibt es nachweislich länger haften als bei müheloser Wiederholung.

Das ist also kein Freibrief fürs Nebenbei-Lernen mit offenem Chat. Eher im Gegenteil:

  • Während des Aufnehmens: konzentriert und ablenkungsfrei arbeiten.
  • Beim Festigen: bewusst variieren und sich selbst abfragen – diese kleine Mühe ist gewollt.

Anstrengung beim Abrufen hilft. Zerstreuung beim Aufnehmen schadet.