Zurück zum Blog
Gehirn & Psychologie
29. November 2009 Aktualisiert am 25. Juni 2026

Wie kann man Musik mit dem ganzen Körper „hören"?

Der Mensch benutzt nicht nur sein Gehör um Musik wahrzunehmen. Der gesamte Körper wird beim Musikhören oder beim Musizieren von den Wellen durchdringt. Das Gehirn interpretiert dann die Töne.

Verwandle das Gelesene in konkretes Handeln

Wissen allein verändert nichts — erst der Plan macht den Unterschied. Erstelle in Sekunden einen persönlichen Aktionsplan und setze das Gelesene sofort um.

Meinen Aktionsplan erstellen

Der Mensch benutzt nicht nur sein Gehör um Musik wahrzunehmen. Der gesamte Körper wird beim Musikhören oder beim Musizieren von den Wellen durchdringt. Das Gehirn interpretiert dann die Töne.

Aus der Sicht eines Physikers hat jede Materie, so auch der menschliche Körper (Muskeln, Knochen), sein eigenes Resonanz-Spektrum. Das ist ein Bereich in dem die Zellen selbst vibrieren oder schwingen. Daher kann man den ganzen Körper wie ein riesiges Ohr betrachten. Die Musik dringt nicht nur in unsere Ohren ein, sondern in die Hautporen, Knochen, Muskeln und Gewebe. Man schwingt oder vibriert ganzheitlich. Das ist ein weiteres Argument warum uns die Musik so leicht in unterschiedliche emotionale Zustände versetzt.

Beim Entziffern der Wellen spielt das Gehirn eine zentrale Rolle. Die Schwingungen die durch den Körper und Ohren eindringen, werden im Gehirn von den neuronalen Verbindungen empfangen und uminterpretiert. Diese Interpretation oder Umdeutung findet im Gehörzentrum im Cortex statt. Das Interessante ist, dass dieser auditive Cortex nach Tonhöhen geordnet ist, genau wie eine Klaviertastatur. Das selbe betrifft die winzige Haare die sich im Kochlea (Cochlea - Innenohr) befinden und auch auf Tonhöhen spezialisiert sind. Die Haarzellen sind so angeordnet, dass sie nur bestimmte Frequenzen aufnehmen. Manche Haarzellen sind nur auf Höhen andere nur auf Tiefen spezialisiert.


Ich glaube, dass die Menschen Dinge erschaffen die sie selbst abbilden. Das betrifft auch die Instrumente. Die Anordnung von Tonhöhen die wir bei Instrumenten finden, ist genau die gleiche, die wir selbst in eigenen Organen (wie hier im Innenohr) besitzen. Die Sache ist nur, das das unbewusst gemacht wird. Die Instrumenten Bauer von hundert Jahren haben doch nicht gesagt: ja ich baue mir jetzt ein Klavier und ordne die Tasten genau so wie im auditiven Cortex die Neuronen angeordnet sind. Sie haben einfach nach Gefühl unbewusst die Töne angeordnet.


Hören mit dem ganzen Körper – was dran ist

Der Gedanke ist weniger esoterisch, als er klingt: Schall ist Schwingung, und die nehmen wir tatsächlich nicht nur übers Ohr wahr. Über Knochenleitung und über die Haut spüren wir tiefe Töne körperlich – gehörlose Musikerinnen wie Evelyn Glennie nutzen genau das. Auch der im Text erwähnte Punkt stimmt: Hörcortex und Haarzellen im Innenohr (Cochlea) sind tonotopisch geordnet, also nach Tonhöhen sortiert – fast wie eine Klaviatur.

Die poetische Zuspitzung, „jede Zelle" schwinge mit, darf man getrost als Bild verstehen. Der Kern bleibt schön und richtig: Musik erreicht uns über mehrere Sinneskanäle zugleich – und gerade Mehrkanaligkeit ist etwas, das Lernen und Erinnern erleichtert.