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Uni-Hannover
14. März 2017

8222 wie aus einem Wilden ein aufrechter Mensch gemacht werden kann 8220 Kolonialgeschichte n in der Literatur vom 18 bis zum 21 Jahrhundert

Kolonisationsprozesse können vielfältige Gründe haben: Seien es politische, religiöse oder wirtschaftliche Impulse – die Folgen sind für die kolonisierte Bevölkerung in jedem Fall einschneidend. Die europäische Geschichte zeigt, dass die Gründung von Kolonien zu Unterdrückung, Vertreibung und wirtschaftlicher Ausbeutung führt....

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Kolonisationsprozesse können vielfältige Gründe haben: Seien es politische, religiöse oder wirtschaftliche Impulse – die Folgen sind für die kolonisierte Bevölkerung in jedem Fall einschneidend. Die europäische Geschichte zeigt, dass die Gründung von Kolonien zu Unterdrückung, Vertreibung und wirtschaftlicher Ausbeutung führt. Dabei hinterlassen die Kolonisatoren tiefe Spuren in der Gesellschaft des eroberten Landes. Je nach der Beziehung zwischen landfremder und einheimischer Bevölkerung können sich in Kolonien aber auch produktive Wechselbeziehungen und kultureller Austausch ergeben. Bereits seit den Anfängen der Kolonialgeschichte wird diese auch zum Thema der Literatur gemacht. Zentrale Motive sind in diesem Zusammenhang oftmals das ‚Fremde‘ bzw. ‚Wilde‘, das in Abgrenzung zur europäischen, ‚weißen‘ Kultur inszeniert wird. Die literarische Annäherung an die ‚Herrscher‘ und die ‚Beherrschten‘ kann indes ganz unterschiedlich ausfallen. So wundert es kaum, dass ein postkolonialer Roman wie Uwe Timms Morenga (1978) ein anderes Verständnis der kolonialen Situation vermittelt als etwa Heinrich von Kleists Novelle Die Verlobung in St. Domingo (1811) oder die rassenideologischen Schriften des Afrika-Reisenden Hans Grimm. Die Differenzen resultieren dabei nicht nur aus den sich verändernden historisch-politischen Kontexten, sondern ebenso aus den Schreibweisen und Motiven der sich wandelnden Literaturepochen. Kolonien können deshalb als historisches wie auch literarisches Phänomen aufgefasst werden. Ausgehend von unterschiedlichen Prozessen der Kolonisation und verschiedenen Kolonien-Typen werden im Seminar literarische und historiographische Texte vom 18. bis zum 21. Jahrhundert gelesen. In diesem Zuge sollen sowohl der geschichtliche Hintergrund als auch spezifische Merkmale der jeweiligen Literaturepoche herausgearbeitet werden. Die vollständige Literaturliste wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben. Christian Kracht: Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten. Roman. 3. Aufl. München: dtv 2013. Uwe Timm: Morenga. Roman. 12. Aufl. München: dtv 2013. Zweitfach Deutsch, MA Lehramt Sonderpädagogik Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover SoSe 2015 Deutsches Seminar Dr. Röhrs Steffen