Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Territorialität und territoriale Rechte
Kollektive nachhaltige Bewirtschaftung von Territorien wird weltweit von Indigenen praktiziert. Ihre territorialen Ansprüche werden auf internationaler Ebene von der UNO und der ILO unterstützt. In vielen nationalen Gesetzgebungen sind ihre Rechte inzwischen verankert. Diese territorialen Rechte garantieren indirekt auch eine...
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Jetzt Lernplan erstellenKollektive nachhaltige Bewirtschaftung von Territorien wird weltweit von Indigenen praktiziert. Ihre territorialen Ansprüche werden auf internationaler Ebene von der UNO und der ILO unterstützt. In vielen nationalen Gesetzgebungen sind ihre Rechte inzwischen verankert. Diese territorialen Rechte garantieren indirekt auch eine traditionelle Form solidarischer Ökonomie. Neben diesen ethnisch definierten Gruppen ist es aber auch anderen gelungen kollektive territoriale Rechte zu erlangen. Insbesondere in Lateinamerika werden diese vergleichsweise neuen Beziehungen gesellschaftlicher Gruppen zu einem definierten Gebiet unter dem Begriff der Territorialität diskutiert. Gefragt werden muss nach den Bedingungen, damit diese Territorien langfristig nachhaltig bewirtschaftet werden können. Einige Gruppen scheinen sich dabei vollständig, andere zumindest in Teilbereichen der Marktlogik zu entziehen. Wiederum andere wollen mit kollektiv bewirtschafteten Territorien im Markt bestehen und schließlich gibt es Gruppen, die keine kollektiven Territorien fordern, sich aber in genossenschaftlichen Formen organisieren und explizit eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung des Landes zur Aufnahmebedingung machen, um im Markt zu bestehen und langfristig die Bewirtschaftung eines Gebietes zu garantieren.
Diese scheinbare Unübersichtlichkeit soll im Seminar versucht werden zu systematisieren. Dabei sollen die Begriffe der Ethnizität und der Territorialität sowie internationale und nationale Rechte diskutiert werden. Die konkreten territorialen Situationen verschiedener gesellschaftlicher Gruppen werden die Brisanz dieser Debatte verdeutlichen. Brasilien wird dabei Ausgangspunkt der Betrachtungen sein.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WS 2008/2009
Soziologie
Dr.
Gawora Dieter