Uni-Siegen
14. März 2017Analyse ausgewählter Prosa des 19 u 20 Jh
Einigen literarischen Texten wird seit Jahrzehnten eine hohe kulturelle Bedeutung beigemessen (u.a. indem sie von der Bildungspolitik zur schul. Pflichtlektüre gemacht werden); andere Texte
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Jetzt Lernplan erstellenEinigen literarischen Texten wird seit Jahrzehnten eine hohe kulturelle Bedeutung beigemessen (u.a. indem sie von der Bildungspolitik zur schul. Pflichtlektüre gemacht werden); andere Texte 'existieren' dagegen anscheinend nur im Schatten der (vermeintlich) -großen- Werke. Aufgrund des inzwischen in etlichen Bundesländern eingeführten -Zentralabiturs- ist e. Auswahl durch die Lehrkraft (oder gar d. Schüler) ohnehin meistens unmöglich – was einen Widerspruch zu den Ergebnissen der zeitgenössischen literaturdidakt. Forschung darstellt. Des Weiteren entsprechen – wie leider auch immer wieder konstatiert werden muss – die Methoden der Analyse u. Interpretation literarischer Texte im Deutschunterricht oftmals nicht dem gegenwärtigen Stand der Literaturwissenschaft und -didaktik. Im Gegenteil: Die Textinterpretation hängt häufig stark von den individuellen Ideen u. Positionen d. Lehrkraft ab; eine Nutzung der Methoden der Textanalyse u. -interpretation, über deren Nützlichkeit in d. Literaturwissenschaft seit einigen Jahrzehnten zumindest ein gewisser Konsens herrscht, findet dagegen in wünschensweiter Weise i.d.R. leider nicht statt.
Das Seminar möchte – unter anderem anhand literaturwissenschaftl. mehr oder weniger bewährter Analyseverfahren (v.a. Erzähltheorie) – zwei umfangreiche Prosawerke (eins aus dem frühen, eins aus dem späten 20. Jh.), von denen eins zur Pflichtlektüre im Rahmen des Zentralabiturs 2012, 2013 u. 2014 in NRW gehört, untersuchen, und zwar Thomas Manns Buddenbrooks (1901) und Thomas Bernhards Auslöschung (1986), zwei ganz unterschiedliche Familienromane der dt. Literaturgeschichte. Dabei sollen die Studierenden einige Grundlagen der Untersuchung von Erzähl- bzw. Prosatexten kennenlernen, um sie – vor allem nach dem Studium – zu einer skeptischen Haltung gegenüber zweifelhaften Interpretationshilfen zu bewegen und zur Entwicklung eigener, fachwissenschaftl. akzeptabler Formen des Umgangs mit literarischen Texten zu ermutigen. Des Weiteren soll auch immer wieder darüber reflektiert werden, inwieweit die Erkenntnisse der Literaturdidaktik in den Schulen umsetzbar sind. Außerdem geht es darum, (nicht zuletzt anhand der Ergebnisse der erzähltheoret. Analysen) zu zeigen, dass der kanonische Rang literar. Texte oft auf willkürlichen gesellschaftl. Konstruktionen beruht und über ihre poetische -Qualität- nur wenig aussagt.
Erwartet wird die Bereitschaft zur Mitarbeit in Arbeitsgruppen, die EINE Seminarsitzung vorstrukturieren und durchführen; es geht dabei NICHT um Gruppenreferate, sondern um die Gestaltung eines Seminarprozesses, der das Plenum aktiv einbezieht. Der Erwerb von 2- und 4-KP-Scheinen (Lehramtsstudiengänge) bzw. 3- und 6-LP-Scheinen ist möglich; Genaueres hierzu wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben (bzw. ggf. via E-Mail mitgeteilt).
Es wird außerem erwartet, dass die ausgewählten Texte zuvor gelesen werden; nach 6 oder 7 Wochen wird die grobe Textkenntnis anhand einer kurzen Textkenntnisklausur überprüft!
LEKTÜREAUSWAHL:
Vollständig zu lesen sind:
Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. [1901.] [Am besten Fischer-Taschenbuch-Ausg.!]
Thomas Bernhard: Auslöschung. Ein Zerfall. [1982/86.] [Suhrkamp-Taschenbuch.]
Vollständig zu lesen sind:
Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. [1901.] [Am besten Fischer-Taschenbuch-Ausg.!]
Thomas Bernhard: Auslöschung. Ein Zerfall. [1982/86.] [Suhrkamp-Taschenbuch.]
Sekundärliteratur (NICHT relevant für die Textkenntnisklausur!)
Martínez,Matiás/Scheffel,Michael: Einführung in die Erzähltheorie. München: Beck 1999. [=C.H.BeckStudium, ohne Bd.-Nr.]
Germanistik - Literaturdidaktik I
Studierende des Studiengangs -BA LKM- müssen das Modul 1 erfolgreich abgeschlossen haben.
Universität Siegen
20131 SoSe 2013
Dr.
Diller Axel