Uni-Siegen
14. März 2017Androide Humanoide plus die Kunst der Kybernetik Künstliche Menschen in der Kinder und Jugendliteratur in Kinder und Jugendfilmen
Künstliche Menschen lassen sich in großer Zahl in der Literatur finden. So lässt sich z.B. der Schmiedegott Hephaistos von künstlich erschaffenen goldenen Jungfrauen bedienen, Prometheus formte Menschen aus Lehm und die Figur des Golem aus der jüdischen Sage hat eine...
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Jetzt Lernplan erstellenKünstliche Menschen lassen sich in großer Zahl in der Literatur finden. So lässt sich z.B. der Schmiedegott Hephaistos von künstlich erschaffenen goldenen Jungfrauen bedienen, Prometheus formte Menschen aus Lehm und die Figur des Golem aus der jüdischen Sage hat eine eigene Traditionslinie ausgebildet. Handelt es sich bei derartigen ‚Figuren‘ um magisch-belebte Geschöpfe, so richtet sich im 18. Jahrhundert infolge technischer Errungenschaften der Blick der Autoren auf die Automaten, auf mechanisch-künstliche Menschen, deren Grundlage technikbasiert und damit rational erklärbar wird – hier finden sich natürlich Anknüpfungspunkte zur Natur selbst, die nicht mehr geheimnisvoll und mythisch, sondern logisch und nachvollziehbar erklärbar wird –, die sich immens weiterentwickelt haben und Auswirkungen auf Literatur und Film bis ins 20. Jahrhundert hinein haben. So lassen sich neben Automaten, Androiden und Humanoiden auch Cyborgs finden, die nicht mehr rein mechanisch basiert konstruiert sind, sondern anteilig (künstlich gezüchtete) organische Bestandteile aufweisen. Doch nicht nur in Werken für ein erwachsenes Lesepublikum lassen sich künstlich-mechanische Menschen/Geschöpfe finden, sondern auch in literarischen und filmischen Werken für Kinder und Jugendliche, die das Thema aufgreifen und diskutieren. Im Rahmen des Seminars soll der Frage nachgegangen werden, wie die unterschiedlichen ‚Arten‘ künstlicher Menschen in die Kinder- und Jugendliteratur eingebettet werden. Wo lassen sich Korrespondenzen zu Werken des 18. Jahrhunderts, z.B. E.T.A. Hoffmanns -Der Sandmann- finden, wie greift die Kinder- und Jugendliteratur aber auch auf aktuelle Strömungen und Tendenzen zurück – man denke an das Klonschaf -Dolly- – und setzt diese literarisch um. Es wird auch darum gehen, bestehende Definitionen auf ihre Praktikabilität zu untersuchen und zu überlegen, inwieweit sich künstliche Menschen aus der KJL diesen Definitionen zuordnen lassen. Und letztlich geht es auch um die Frage, wie in der KJL naturwissenschaftlich und technisch über den künstlichen Menschen philosophiert wird und was sich für ethische Konsequenzen für das Menschsein daraus ergeben.
Als vorbereitende und einführende Lektüre in die Thematik sind zu empfehlen:
- Völker, Klaus (Hrsg.): Künstliche Menschen. Über Golems, Homunculi, Androiden und lebende Statuen. Frankfurt: Suhrkamp 1994 (suhrkamp taschenbuch 2293)
- Drux, Rudolf (Hrsg.): Menschen aus Menschenhand. Zur Geschichte der Androiden. Texte von Homer bis Asimov. Stuttgart: Metzler 1988
Ein Semesterappart mit entsprechender Literatur wird in der UB zu finden sein.
Weitere Literatur und zu besprechende Werke werden im Rahmen der Vorbesprechung genannt.
Germanistisches Seminar
Universität Siegen
SoSe 2013
Dr.
Planka Sabine