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Uni-Siegen
14. März 2017

Anonymous Vernacular Populäre Porträtfotografie

Mit dem Aufkommen der Carte de visite in den 1860er Jahren fand erstmals eine Demokratisierung des Bildmediums Fotografie statt. Diese Porträts, die noch ganz der repräsentativen Selbstdarstellung verhaftet sind, waren nun nicht mehr nur dem oberen Bürgertum als Käuferschicht vorbehalten....

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Mit dem Aufkommen der Carte de visite in den 1860er Jahren fand erstmals eine Demokratisierung des Bildmediums Fotografie statt. Diese Porträts, die noch ganz der repräsentativen Selbstdarstellung verhaftet sind, waren nun nicht mehr nur dem oberen Bürgertum als Käuferschicht vorbehalten. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich weitere fotografische Techniken, die immer mehr auf das billige Bild abzielten. Seien es nun Ferrotypien, Porträt-Postkarten, Bilder von ambulanten Fotografen wie den Straßenfotografen, Automatenfotos oder später dann Dias und Knipserfotos - diese beim Publikum überaus beliebten Porträtgenres fanden schnell Einzug in die private Alltagspraxis. Wir wollen uns in diesem Kurs mit Bildzeugnissen der Vernacular Photography, die man bis heute für wenig Geld auf dem Flohmarkt erstehen kann, auf wissenschaftlicher Ebene auseinander setzen. Wie kann man methodisch mit diesen anonymen Porträts meist namenloser Fotografen umgehen? Welche Informationen stehen uns neben dem Bildobjekt noch zur Verfügung? Wie können wir den Entstehungs- und Gebrauchskontext dieser populären Porträts mit einbeziehen? Eine gemeinsame Lektüre fototheoretischer Texte soll uns helfen, die Probleme und Herausforderungen dieses besonderen Materials zu erfassen. Die Studierenden sollen anhand von Themenreferaten die einzelnen Forschungsfelder umreißen und Einblick in eine sozialhistorische Geschichtsschreibung der Fotografie bekommen. Der Kurs steht in Zusammenhang mit dem Schwerpunktthema -Populäre Kulturen- des Lehrstuhls für Mediengeschichte und dem Lehrstuhl für Kunstgeschichte, sowie der Forschungsplattform -Praktiken des Populären- (Mediengeschichte, Kunstgeschichte, Kunstdidaktik, Musikwissenschaft). Achtung: Die Lehrveranstaltung beginnt am 5. April 2011. Es können nur diejenigen Studierenden in den Kurs aufgenommen werden, die bei diesem ersten Termin auch anwesend sind! Medienwissenschaft Regelmäßige und aktive Teilnahme; Referat, schriftliche Ausarbeitung (Thesenpapier oder schriftliche Arbeit), E-Learning Universität Siegen SoSe 2011 Dr. Natlacen Christina