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Uni-München
14. März 2017

Proseminar 1800 2000 Kalkulation und Passion Zur Ökonomisierung der Liebe am Beispiel der kleinen Formen

Mit dem Beginn der Moderne beginnt der Siegeszug der Ökonomie in der westlichen Welt. Wichtigen Denkern wie Adam Smith und Bernard Mandeville folgend formiert sich eine Wirtschaftsordnung, die als Kapitalismus firmiert und die sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu...

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Mit dem Beginn der Moderne beginnt der Siegeszug der Ökonomie in der westlichen Welt. Wichtigen Denkern wie Adam Smith und Bernard Mandeville folgend formiert sich eine Wirtschaftsordnung, die als Kapitalismus firmiert und die sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu der Denkstrukturen bestimmenden Macht überhaupt entwickelt. Man spricht bei dieser Perspektivierung, alle Dinge in einem wirtschaftlichen Kontext zu sehen, von Ökonomisierung, der eben auch Diskurse zu dominieren beginnt, die sich gerade ökonomischen Vorteils-Nachteils-Kalkulationen entziehen wollen, wie die Literatur und auch die Liebe. Stehen Literaturen über die Liebe noch im Zeichen von Passion, wie es Niklas Luhmann für das Aufkommen der romantischen Liebe seit der Sattelzeit konstatiert oder hat sich auch der Liebe und der Literatur die Ökonomisierung aufgeprägt, wie Eva Illouz in ihrer letzten Publikation behauptet? In dem Moment, in welchem Geld und Liebe als Medien der Kommunikation beschrieben werden (Simmel, McLuhan, Luhmann) scheint der Weg geebnet sie nicht nur in einem Analogie-Verhältnis als Medien der Passion/Obsession zu beschreiben, sondern deren sozialen Zusammenhang über das Reflexionsmedium Literatur zu beobachten. An Hand kleiner Formen von der Lyrik der Sattelzeit bis zum Popsong der Hamburger Schule wollen wir den Spuren von der romantischen Liebe zur ökonomisierten Liebe nachgehen. Neben dem Training im Close Reading der literarischen Texte wollen wir gemeimsam auch die wichtigsten TheoretikerInnen der Liebe und der Ökonomie befragen. Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. oder: Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München WiSe 1415 Unterhuber Tobias