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Uni-Dortmund
14. März 2017

Arbeitsgemeinschaft Kollektivität und Institution im Spannungsverhältnis Peergroups und ihre Passungsprobleme in der Schule in intersektionaler Perspektive

Das Seminar geht von einem grundlegenden Spannungsverhältnis zwischen den von der Institution Schule gesetzten Anforderungen und den in jugendlichen peer-groups gültigen Verhaltensstandards und -erwartungen. Diese Spannung kann je nachdem, wie sie ausgeprägt ist, das Lernen motivieren oder demotivieren. Hierbei ist...

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Das Seminar geht von einem grundlegenden Spannungsverhältnis zwischen den von der Institution Schule gesetzten Anforderungen und den in jugendlichen peer-groups gültigen Verhaltensstandards und -erwartungen. Diese Spannung kann je nachdem, wie sie ausgeprägt ist, das Lernen motivieren oder demotivieren. Hierbei ist die peer-group als ein zentraler Ort zu begreifen, an dem grundlegende Haltungen zur Institution Schule erzeugt werden. Grundsätzlich musst davon ausgegangen werden, dass der Lernort Schule und der Lernort peergroup nach unterschiedlichen Logiken funktionieren und dass unterschiedliche Anerkennungsordnungen gelten. Eine für die Spannung zwischen beiden zentralen Differenzen ist davon auszugehen, dass in der Schule Anerkennung auf der Grundlage von Leistung erworben wird, in der peer-group auf der Basis von Erfolg. Im Seminar sind der als grundlegende angenommene und als adoleszenztypische begriffliche Passungsprobleme zwischen Schule und jugendlicher Peerkultur zu unterscheiden. Darüber sind der Einfluss des Geschlechts, des sozialen Herkunftsmilieus und die Ethnizität der Peergroups auf ihre Leistungspassfähigkeit und die Erfüllung ihrer gängigen Verhaltenserwartungen ein zentrales Thema, welches im Seminar diskutiert wird. Ebenfalls wird thematisiert, welche Bedeutung da rüber hinaus Schulform und Schulkultur für die Passfähigkeit zu kommt. In dieser Hinsicht wird auch erörtert, ob und wieweit es bestimmte Schüler durch ein – im Goffman`schen Sinne – Impression Management gelingt, sich auf der Vorderbühne als verhaltensform von den Lehrern wahrgenommen zu werden, obwohl sie es nur mit Einschränkung sind. Insofern wird aufgezeigt, wie Lehrer die Jugendlichen vor dem Hintergrund dieser Einflusskategorien möglicherweise passfähig wahrnehmen bzw. welche Spannungen dabei auch zu konstatieren sind.Anhand theoretischer und empirischer Basisliteratur sowie eigenen Transkriptausschnitten aus einem Forschungsprojekt sollen die Studenten mit dieser Problematik vertraut gemacht werden. wird zu Beginn des Seminars bekannt gegeben! Technische Universität Dortmund SoSe 2015 Institut für Soziologie Hippmann Cornelia