Uni-Hannover
14. März 2017Arbeitskreis Geragogik Wege zum Burn in des Alters
Das Ausscheiden aus dem Erwerbsleben bedeutet den -größten Einschnitt unseres Lebens-, stellt Wolfgang Prosinger in seinem Buch In Rente dar. In der nachberuflichen Lebensphase verlieren wir die jahrzehntelang praktizierten festen Tagesabläufe, die unser Berufs- und Privatleben optimiert haben. Darüber hinaus...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Ausscheiden aus dem Erwerbsleben bedeutet den -größten Einschnitt unseres Lebens-, stellt Wolfgang Prosinger in seinem Buch In Rente dar.
In der nachberuflichen Lebensphase verlieren wir die jahrzehntelang praktizierten festen Tagesabläufe, die unser Berufs- und Privatleben optimiert haben. Darüber hinaus verlieren wir unser werktägliches Kommunizieren und Kooperieren mit Arbeitskollegen außer Haus. Dieser Verlust von täglich geforderten Sachzielen und sozialer Inanspruchnahme schwächt die Personalität des Menschen, denn mit der wirtschaftlich-politischen -Abschreibung- seines Leistungsvermögens ab dem 65.-67. Lebensjahr erleidet er erhebliche Beschädigungen an seiner unersetzlichen -Identitätssäule Arbeit-Betätigung- (Eckart Hammer).
Vom Bestand dieser Identitätssäule sind es hauptsächlich die Gesellschaftswerte, die während unseres Erwerbslebens unsere Identität und Lebensgestaltung weitgehend bestimmen, wie z.B. die messbare Leistung, der messbare Erfolg, die bemessene Bezahlung, die offensichtliche Modernität, das gesellschaftliche Ansehen. Da diese Werte mit der Verrentung ihre Bedeutsamkeit verlieren, erzeugt ihr Wegfall Symptome, die ähnlich sind wie die des Burn-out Syndroms: innere Leere, Lustlosigkeit, Hilflosigkeit, sozialer Rückzug, Ängste, Depressionen und Selbstwertverlust. Derartige Symptome sind weniger die Anzeichen für Alterskrankheiten, als vielmehr für einen Mangel an erstrebten Personalwerten bei der Lebensgestaltung im Alter. Hierbei erlangen nämlich unsere Personalwerte wieder eine Bedeutung, die sie im Erwerbsleben zumeist verloren haben. Für die nachberufliche Lebensgestaltung sind sie jedoch unverzichtbar bedeutsam. Zu ihnen gehören beispielsweise: Neigungen/Vorlieben; Selbstbestimmung/Freiheit; Offenheit, Zuversicht, Neugier, Schaffensfreude, Beharrlichkeit, Sinnstiftung, Authentizität; Liebe, Vertrauen, Wahrhaftigkeit u.a. Sie führen hin zu einem Burn-in, das ein warm leuchtendes Lebensverständnis ausstrahlt, wie es als Idealbild von Jugendlichen ersehnt wird. Anhand von Fallstudien wollen wir untersuchen, wie überzeugend die Verwirklichung von Personalwerten im Alter gelingt.
Hartmut & Hildegard Radebold, Älterwerden will gelernt sein, Klett-Cotta, 2009.
Eckart Hammer, Männer altern anders, Herder 2012.
Wolfgang Prosinger, In Rente, Rowohlt, 2014.
Enna Pertim, Die Freiheit der späten Jahre, alliteraverlag, 2006.
Gasthörendenstudium
Begrenzte Teilnehmerzahl.
Anmeldungen sind ab Dienstag, den 22.03.2016, 09:00 Uhr möglich.
Persönlich im Gasthörendenbüro oder per Email: ghs-info@zew.uni-hannover.de
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SoSe 2016
Dozent