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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Die Zeit der Ottonen

Das aus dem Gebiet der Saxonia zwischen Rhein und Elbe stammende Adelsgeschlecht der Liudolfinger - nach dem innerhalb der Familie bevorzugten Vornamen -Otto- auch -die Ottonen- genannt - regierte das ostfränkisch-deutsche Reich nach dem Erlöschen der Linie der Karolinger und...

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Das aus dem Gebiet der Saxonia zwischen Rhein und Elbe stammende Adelsgeschlecht der Liudolfinger - nach dem innerhalb der Familie bevorzugten Vornamen -Otto- auch -die Ottonen- genannt - regierte das ostfränkisch-deutsche Reich nach dem Erlöschen der Linie der Karolinger und nach dem Ableben des Übergangskönigs Konrad zwischen 919 und 1024. In die Regierungszeit der Herrscher Heinrich I., Otto I., Otto II., Otto III. und Heinrich II. fallen die auf die Krisenerscheinungen der Wende vom 9. zum 10. Jahrhundert folgenden Maßnahmen zur Reorganisation des ostfränkischen Reiches: seine allmähliche kultur- und sozialgeschichtliche Transformation hin zum -deutschen Königreich-, die Etablierung des Sacrum Imperium Romanum im Jahre 962 unter Otto dem Großen, die Kirchenreformbewegung des 10. und 11. Jahrhunderts sowie die spezifisch auf den römisch-deutschen Kaiser und seine Einbindung in kirchliche Zusammenhänge zugeschnittene Ausgestaltung der sogenannten -ottonisch-salischen Reichskirche-. Die wirtschaftlichen wie auch die sozial- und kulturgeschichtlichen Strukturen des Reiches der Ottonen waren geprägt von der adeligen bzw. klerikalen Grundherrschaft, dem Lehnswesen, dem Ausbau kirchlicher Strukturen durch die Gründung von Klöstern, durch Missionsbestrebungen in Richtung Osten (z.B. Elbslawen) und Norden (z.B. Skandinavien), durch die zunehmende -Verchristlichung- der Gesellschaft, durch eine Blütezeit der Romanik in Bezug auf Architektur und Kunst sowie die Erneuerung von Gelehrsamkeit. Ziel des Seminars ist es, in die Kulturgeschichte des ostfränkisch-deutschen Reiches bzw. des frühen Sacrum Imperium zur Zeit der Ottonen einzuführen und die für die Geschichte des 10. und frühen 11. Jahrhunderts relevanten Quellengattungen vorzustellen (z.B. Chroniken, Urkunden, Heiligenviten, Rechtsquellen, theologische Schriften, Briefe, poetische Texte). Einführende Literatur: Althoff, Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, 2. Auflage, Stuttgart 2005; Beuckers, Klaus/Cramer, Michael (Hgg.): Die Ottonen. Kunst, Architektur und Geschichte, Petersberg 2002; Beumann, Helmut: Die Ottonen, 5. Auflage, Stuttgart 2000; Hartmann, Gerhard: Schnith, Karl: Die Kaiser - 1200 Jahre europäische Geschichte, Augsburg 2003; Keller, Hagen: Die Ottonen, 2. Auflage, München 2001; Schneidmüller, Bernd/Weinfurter, Stefan: Ottonische Neuanfänge, Mainz 2001. Bemerkung Diese Lehrveranstaltung wird durch Landesmittel zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen und der Lehre (QSL) finanziert. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2010 Geschichte HF FB 05 Gesellschaftswissenschaften Mohr Andreas