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Uni-Siegen
14. März 2017

Ästhetik der Wissensproduktion

Die Hervorbringung von Wissen unter ästhetischen Aspekten zu thematisieren heißt, dem schöpferischen Prozess bei der Arbeit zuzusehen. Das beginnt mit einer Schärfung der Wahrnehmung (Aisthesis) für das Unkonventionelle. Denn eine wissenschaftliche Fragestellung kann nur dann Relevanz beanspruchen, wenn sie die...

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Die Hervorbringung von Wissen unter ästhetischen Aspekten zu thematisieren heißt, dem schöpferischen Prozess bei der Arbeit zuzusehen. Das beginnt mit einer Schärfung der Wahrnehmung (Aisthesis) für das Unkonventionelle. Denn eine wissenschaftliche Fragestellung kann nur dann Relevanz beanspruchen, wenn sie die vermeintlichen Gewissheiten des -gesunden Menschenverstandes- hinterfagt und Überraschendes zutage fördert. -Das Stauenen ist der Beginn der Philosophie-, erkannte schon Platon und lieferte zugleich die bis heute unübertroffene Methode, von dieser Initialzündung zum Heureka-Erlebnis einer wissenschaftlichen Entdeckung voranzuschreiten: Der Weg führt unvermeidlich durch die Aporie, die Ratlosigkeit –gewiss kein angenehmer Zustand, den beherzt einzugehen aber ebenso unvermeidlich belohnt wird mit neuen synaptischen Verbindungen, die Lösungen für zuvor unlösbar scheinende Probleme bieten. Auch die weiteren Stufen der Wissensproduktion – von der ersten Skizze eines Gedankenaufbaus über Materialrecherchen, Gliederungs- und Argumentationsstrategien bis zur stimmigen Ausformulierung und Publikation bzw. Präsentation – sind erst unter Berücksichtigung ästhetischer Kriterien angemessen zu realisieren. Denn erst die Stimmigkeit ihrer Form entscheidet über die Gültigkeit und Überzeugungskraft wissenschaftlicher Erkenntnisse. Als Beispielmaterial für entsprechende Erörterungen können die TeilnehmerInnen ihre eigenen Studien- oder Masterarbeitsthemen bzw. Überlegungen hierzu einbringen. Das Seminar hat dadurch auch die Funktion eines Examenskolloquiums und soll in die kollaborative Erstellung einer Moodle-Seite zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten unter ästhetischen Aspekten einmünden. Bedingung für die Teilnahme ist die Anmeldung im LSF sowie regelmäßige aktive Mitwirkung. Medienwissenschaft - Medienästhetik Universität Siegen SoSe 2012 Univ.-Prof. Dr. Matussek Peter