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Uni-München
14. März 2017

Auf der Suche nach Unsterblichkeit Tod Bestattung und Jenseitsvorstellungen im chinesischen Altertum

Daß der Umgang mit den Toten schon in der Shang-Zeit eine wichtige Rolle spielte, zeigen nicht zuletzt die sogenannten Königsgräber von Anyang. Gleiches gilt für die beinahe unzählig vielen, uns heute bekannten Beisetzungen aus den darauffolgenden Jahrhunderten und sogar Jahrtausenden....

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Daß der Umgang mit den Toten schon in der Shang-Zeit eine wichtige Rolle spielte, zeigen nicht zuletzt die sogenannten Königsgräber von Anyang. Gleiches gilt für die beinahe unzählig vielen, uns heute bekannten Beisetzungen aus den darauffolgenden Jahrhunderten und sogar Jahrtausenden. Wie man die Toten einst -unter die Erde brachte- ist uns also in vielen Fällen durch mehr oder weniger gut erhaltene Gräber relativ gut bekannt. Was aber sagen uns diese Quellen über die Jenseitsvorstellungen, die einst diese Bestattungssitten diktierten? Gab es ein Weiterleben nach dem Tod? Wenn ja, wie sah es aus? Herrschte eine Vorstellung über Jahrhunderte bzw. -tausende hinweg vor oder ist eine Entwicklung zu beobachten? Galten sie sowohl für das einfache Volk, wie auch für die soziale Elite? Dieses sind einige der wichtigsten Fragen, die in diesem Seminar geklärt werden sollen. Dabei dürfen wir uns jedoch nicht mit der Erforschung archäologischer Quellen zufrieden geben. Über die Sekundärliteratur zugängliche Schriftquelle sollen ebenfalls ihren Beitrag dazu leisten, dieses Rätsel zu lösen. Damit ist ein weiterer wichtiger Lerninhalt neben dem Kennenlernen der Funde und Befunde aus den wichtigsten Bestattungskomplexen der chinesischen Archäologie (z.B. Anyang, Grab des Zeng houyi, Mawangdui, Kaisergräber der Han und Tang) auch das Kennenlernen der relevanten Schriftquellen wie etwa den drei Ritenklassikern (Liji , Yili , Zhouli ) oder dem Lüshi chunqiu . Diese beiden Fähigkeiten wollen wir dann schließlich auch umsetzen und die jeweiligen Befunde interpretieren. Es darf sich also auch auf (hoffentlich) lebhafte Diskussionen gefreut werden. Aus chronologischer Sicht werden wir uns dabei von den Shang soweit in der Zeit vorwärtsbewegen, daß wir das Semester mit den Bestattungssitten der Tang-Dynastie abschließen. Für Magisterstudierende: Ein Schein kann entweder in Sinologie oder Chinesischer Kunst und Archäologie erworben werden. Das Referats- bzw. Hausarbeitsthema muß dann natürlich dementsprechend gewählt werden. Für Bachelor-, Master- und Magisterstudierende Regelmäßige Teilnahme, aktive Mitarbeit, das Vortragen eines Referats und die Abgabe einer Hausarbeit führen zum Erfolg (d. h. zu einer Note bzw. zum Proseminarschein). Studierende der Bachelor- und Magisterstudiengänge stützen ihre Argumente ausschließlich auf Sekundärquellen während Studierende des Masterstudiengangs auch Primärquellen (überlieferte Literatur und / oder chinesische Grabungsberichte) diskutieren. Näheres zu den Formalia in der ersten Sitzung. Anmeldung: Sowohl Bachelor-, Master- als auch Magisterstudierende müssen das Seminar über LSF belegen. Bitte beachten Sie die entsprechende Belegfrist. Literaturvorschläge: Michael Loewe, Ways to Paradise: The Chinese Quest for Immortality (London: George Allen & Unwin, 1979). Poo Mu-chou, In Search of Personal Welfare: A View of Ancient Chinese Religion (Albany: SUNY Press, 1998). Wu Hung, The Art of the Yellow Springs: Understanding Chinese Tombs (Honolulu: University of Hawai'i Press, 2011). Weiterführende Literatur wird am in der ersten Sitzung des Semesters vorgestellt.

LMU München WiSe 1415 Department für Asienstudien