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Uni-Siegen
14. März 2017

Radiokunstgeschichte

Dass die Einführung des Rundfunks ein kulturgeschichtlich bedeutsamer Umbruch war, haben Fächer wie Germanistik, Medien- oder Kommunikationswissenschaft längst verinnerlicht. Weithin unerforscht ist dagegen die Rolle, die das neue Medium für den Bereich der Kunstvermittlung und Kunstgeschichte spielte. Tatsächlich war gegen...

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Dass die Einführung des Rundfunks ein kulturgeschichtlich bedeutsamer Umbruch war, haben Fächer wie Germanistik, Medien- oder Kommunikationswissenschaft längst verinnerlicht. Weithin unerforscht ist dagegen die Rolle, die das neue Medium für den Bereich der Kunstvermittlung und Kunstgeschichte spielte. Tatsächlich war gegen Ende der 1920er Jahre das Thema bildende Kunst bei vielen Sendern ein geläufiger Bestandteil der Programmgestaltung, sei es in Form von kunstwissenschaftlichen Vorträgen, Museumsreportagen, Hörbildern oder Streitgesprächen vor dem Mikrophon. Zu einer Zeit, als das Interesse an Kunst in breiten Bevölkerungskreisen eher abnahm, agierte der Rundfunk auf der Höhe der Zeit und entwickelte adäquate Formen der Vermittlung an ein Publikum, das -Kultur- immer weniger mit Bildung, denn mit Unterhaltung in Verbindung brachte. Darüber hinaus entdeckten auch die Künstler der Avantgarde früh das Radio als Plattform, die ganz neue Möglichkeiten der Selbstdarstellung bot. Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus wurde dann jedoch auch dieses Programmsegment der totalitären Ideologie von -Blut und Boden- unterworfen. Die Vorlesung wird die Geschichte der Kunst und Kunstvermittlung im frühen Rundfunk von der Weimarer Republik bis in die ersten Jahre nach 1945 nachzeichnen und dabei auch in genereller Weise die technische Entwicklung, Programmgeschichte und politik des Mediums Rundfunks aufzeigen. Es wird es nicht nur um Fragen der Popularisierung von Wissenschaft und der Methodologie des Faches Kunstgeschichte gehen, sondern auch um die Affinitäten zwischen Avantgarde und Hörfunk sowie die Mentalität der frühen Mediengesellschaft. Hans Jürgen Koch/Hermann Glaser: Ganz Ohr. Eine Kulturgeschichte des Radios in Deutschland, Köln 2005 Andreas Zeising: -Mit den Ohren sehen-. Kunstgeschichte im Hörfunk der Weimarer Republik, in: Kritische Berichte. Zeitschrift für Kunst- und Kulturwissenschaften, Heft 1/2009, S. 112-126 Kunstgeschichte Leistungsnachweise können durch Hausarbeiten erlangt werden, die zuvor thematisch mit Herrn Zeising abgesprochen wurden. BA Studierende können einen Leistungsnachweis über 3 KP durch die Anfertigung einer thematischen -Klausur- erlangen. Dafür schreiben Sie zu einem vereinbarten Thema einen Essay, der nicht kürzer als 12 Seiten sein sollte. Universität Siegen SoSe 2012 Priv.-Doz. Dr. Zeising Andreas Priv Doz