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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Aufbauseminar Das Reich und die Hussiten im 15 Jahrhundert

Die von Jan Hus (1369–1415) ausgehende Bewegung zur Kirchenreform war eine der größten Herausforderungen des christlichen Europa im späten Mittelalter. In ihrem Ursprungsland Böhmen weitete sie sich in Folge der Verurteilung und Verbrennung des Jan Hus als Ketzer auf dem...

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Die von Jan Hus (1369–1415) ausgehende Bewegung zur Kirchenreform war eine der größten Herausforderungen des christlichen Europa im späten Mittelalter. In ihrem Ursprungsland Böhmen weitete sie sich in Folge der Verurteilung und Verbrennung des Jan Hus als Ketzer auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418) ab 1420 zu einer Revolution aus, die nicht nur den Glauben, sondern auch die mittelalterliche Sozialordnung und die Verfassung des Königreiches zutiefst erschütterte. Die römische Kirche verteufelte die Anhänger der Hus´schen Lehre als Ketzer (-Hussiten-) und versuchte erfolglos, die in Böhmen neu entstehenden Glaubensrichtungen mittels mehrerer Kreuzzüge zu vernichten. Als Folgen der Niederlagen schloss sie auf dem Konzil von Basel (1431–1449) einen brüchigen Kompromiss mit den böhmischen Häretikern, mit denen diese formal innerhalb der Kirche bleiben konnten. Gleichzeitig scheiterte der Römisch-deutsche und ungarische König Sigismund von Luxemburg mehrfach dabei, seinen nach dem Tod Wenzels IV. (1419) ererbten Anspruch auf den böhmischen Thron gegen die Hussiten durchzusetzen, wobei er auch die Machtmittel des Reiches mobilisierte. Und schließlich gerieten des Römisch-deutsche Reich und seine an Böhmen grenzenden Länder gegenüber den militärisch und missionarisch offensiven Hussiten immer stärker in die Defensive, wobei die gegenüber der Bedrohung offenbar werdende Schwäche der Reichsverfassung zu neuen Reformüberlegungen und militärischen Anstrengungen anregte. Im Proseminar sollen verschiedene Themen des komplexen Verhältnisses zwischen dem Reich und Böhmen angesichts der Hussitischen Revolution in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts aufgegriffen und dabei grundlegende Arbeitstechniken und Hilfsmittel der Mediävistik vorgestellt werden. Für einen Leistungsnachweis werden regelmäßige aktive Teilnahme (auch in Form von Übungsaufgaben), ein Kurzreferat und eine schriftliche Hausarbeit vorausgesetzt. Jörg K. Hoensch, Kaiser Sigismund. Herrscher an der Schwelle zur Neuzeit, 1368–1437. Darmstadt 1997. Franz Machilek (Hg.), Die hussitische Revolution. Religiöse, politische und regionale Aspekte (Forschungen und Quellen zur Kirchen- und Kulturgeschichte Ostdeutschlands 44), Köln u. a. 2012. František Šmahel, Die Hussitische Revolution (Monumenta Germania Historica Schriften 43). 3 Bände, München 2002. Geschichte (BA, PO 2013) Ergänzungsfach Universität Düsseldorf WiSe 2016/17 Dr. Tresp Uwe