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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Aufbauseminar Enea Silvio Piccolomini 8211 Papst Pius II

In der von zahlreichen Umbrüchen gekennzeichneten Zeit des 15. Jahrhunderts nimmt eine Person eine herausragende Rolle ein: Der in Siena geborene Adelige Enea Silvio Piccolomini machte früh als Literat und Humanist von sich Reden, ist aber beileibe kein Schöngeist, der...

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In der von zahlreichen Umbrüchen gekennzeichneten Zeit des 15. Jahrhunderts nimmt eine Person eine herausragende Rolle ein: Der in Siena geborene Adelige Enea Silvio Piccolomini machte früh als Literat und Humanist von sich Reden, ist aber beileibe kein Schöngeist, der den Elfenbeinturm nicht verlassen hätte: Seine Anstellungsverhältnisse brachten ihn nacheinander in Kontakt mit den drängendsten Problemen der Zeit: Zunächst war da die Frage, wie ‹Kirche› organisert sein sollte, womit er auf dem Basler Konzil Basler Konzil befasst war. Dann fiel Konstantinopel an die Türken, was zu einer Welle tiefster Beunruhigung durch Europa sandte, was er mittlerweile an den Hof Kaiser Friedrichs III. gewechselt miterlebte und diskutierte. Die daraus folgenden neuerlichen Bemühungen um einen Kreuzzug sollten ihn noch später beschäftigen und gleichsam ins Grab bringen. Auch die Reform der Kirche blieb ein beständiges Anliegen. Gleichsam beide zuletzt genannten Bereiche berührte die Frage der Hussiten, die den östlichen Reichsteilen überaus schmerzlich zu werden drohte (hier sei jedoch zur Vermeidung von Überschneidungen auf das Proseminar von Uwe Tresp verwiesen). Die bedeutsame kulturelle Umwälzung des Humanismus hatte in ihm einen überaus produktiven Vertreter, der in allen Phasen seines Lebens zur Feder griff. Der Wechsel an den Hof Kaiser Friedrichs III. war bei weitem noch nicht der letzte Karriereschritt, begann doch parallel der weitere kirchliche Aufstieg über verschiedene Bischofsämter, der ihn letztlich auf den Thron des Nachfolgers Petri heben sollte. Inhaltlich wird dieses Proseminar um folgende Pole organisiert sein: Der Humanist und Literat, Das Basler Konzil, Kirchenreform, Enea Silvio Piccolomini und das Reich nördlich der Alpen, Kreuzzug im 15. Jahrhundert. Da er stets seiner engeren Sieneser und weiteren italienischen Heimat auf engste verbunden blieb, wird auch Raum bleiben, bei Interesse stärker auf italienische Fährnisse einzugehen. Dieses Proseminar soll anhand des Exempels dieser schillernden Persönlichkeit die gängigen Arbeitsweisen einüben und wird somit einen größeren Schwerpunkt auf die Vorstellung von Hilfsmitteln legen. Somit gehört zur Teilnahme an diesem Seminar die Bearbeitung von Übungsaufgaben, ein Kurzreferat und eine schriftliche Ausführung. Propädeutische Einführungen: Hans-Werner GOETZ, Proseminar Geschichte: Mittelalter (UTB1719), Stuttgart 2014 (4. Aufl.). Ahasver von BRANDT, Werkzeug des Historikers (Kohlhammer Urban-Taschenbücher 33), Stuttgart 2003 und häufiger. Inhaltliche Einführung: Volker REINHARDT, Pius II. Piccolomini. Der Papst, mit dem die Renaissance begann, München 2013. Bemerkung Wegen anderweitiger Verpflichtungen muss dieses Seminar mit zweiwöchiger Verzögerung beginnen. Die erste durchgeführte Seminarsitzung findet also am 31. Oktober 2016 statt. Die ausfallenden Sitzungen werden in einer Blockveranstaltung Anfang Januar 2017 nachgeholt. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Geschichte (BA, PO 2013) Kernfach Universität Düsseldorf WiSe 2016/17 Kistner Andreas