Uni-Düsseldorf
14. März 2017Aufbauseminar Epochenjahr 1917 Die Endphase des Ersten Weltkriegs und der Umbruch des Staatensystems
Seit 2014 ist dem Ersten Weltkrieg noch einmal besonderes Interesse zuteil geworden, auch über den engeren Rahmen der Geschichtswissenschaft hinaus. Das runde Erinnerungsdatum 100 Jahre nach seinem Ausbruch hat den Blick einmal mehr insbesondere auf die Vorgeschichte und die Ursachen...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit 2014 ist dem Ersten Weltkrieg noch einmal besonderes Interesse zuteil geworden, auch über den engeren Rahmen der Geschichtswissenschaft hinaus. Das runde Erinnerungsdatum 100 Jahre nach seinem Ausbruch hat den Blick einmal mehr insbesondere auf die Vorgeschichte und die Ursachen des Krieges gelenkt. Vermutlich wird 2018 noch einmal ein ähnlicher Aufmerksamkeitshype bezüglich seines Endes folgen. Das sollte allerdings nicht dazu führen, die herausragende Bedeutung bereits des Jahres 1917 zu verkennen. Schon dieses Jahr erbrachte nämlich Weichenstellungen von wahrhaft weltgeschichtlicher und langandauernder Folgewirkung: Einerseits erfolgte bereits im April 1917 der Kriegseintritt der USA auf Seiten Großbritanniens und Frankreichs. Damit traten die Vereinigten Staaten erstmals militärisch in Europa auf den Plan ihr Weltmachtanspruch wurde damit auch auf dem alten Kontinent unübersehbar. Der von US-Präsident Woodrow Wilson proklamierte crusade for democracy zeigte zugleich das hohe Sendungsbewußtsein als Ordnungsmacht mit globaler Mission, das seither von Washington aus mit wechselnder Intensität praktiziert wurde und wird. Fast zeitgleich begann mit der Oktoberrevolution im zusammenbrechenden russischen Zarenreich 1917 der in vieler Beziehung unvorhergesehene Entwicklungsprozess zur Entstehung der Sowjetunion. Die von Lenin und seinen Helfern errichtete kommunistische Diktatur mit ihrerseits größtem Sendungsbewußtsein zur Durchsetzung der proletarischen Revolution in ganz Europa, ja der ganzen Welt passte in keines der zuvor praktizierten Politikkonzepte der europäischen Staatenwelt. 1917 begann der Weg zur bipolaren Weltordnung, die von den Supermächten USA und Sowjetunion dominiert wurde, das in Machtblöcke aufgeteilte, zerrissene Europa wurde in eine Nebenrolle verwiesen. Wenigstens bis zum Ende des Kalten Krieges Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre blieb die sich 1917 anbahnende globale Staatenordnung Grundlage der internationalen Politik.
Die epochale Bedeutung des Jahres 1917 lohnt mithin einen Blick auf die Voraussetzungen und Ursachen des Umbruchs in Europa und der Welt. Dabei sollen sowohl der Weg der USA zur Weltmacht wie auch die Entstehung der Sowjetunion in den Blick genommen werden.
Einführende Literatur:
Hildermeier, Manfred: Russische Revolution, Frankfurt/M. 2004
Schmidt, Gustav: Geschichte der USA, Darmstadt 2004
Geschichte (BA, PO 2011) Kernfach
Universität Düsseldorf
WiSe 2016/17
PD Dr.
Halder Winfrid