Uni-Dortmund
14. März 2017Proseminar Literatur auf der Bühne und im Film
Seit 2500 Jahren schreiben Autoren für das Theater, und seit ebenso langer Zeit ist das Verhältnis zwischen Text und Bühne ein Besonderes: Für das Theater zu schreiben erfordert meist eine spezielle szenische Phantasie der Autorinnen und Autoren, ebenso wie der...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit 2500 Jahren schreiben Autoren für das Theater, und seit ebenso langer Zeit ist das Verhältnis zwischen Text und Bühne ein Besonderes: Für das Theater zu schreiben erfordert meist eine spezielle szenische Phantasie der Autorinnen und Autoren, ebenso wie der Transfer eines literarischen Textes auf die Bühne zugleich auch immer die Lesart und Vision der Regisseurinnen und Regisseure transportiert.
Mittlerweile greift das Interesse der Theater auch auf Texte über, die nicht ursprünglich für die Bühne geschrieben wurden: Besonders im beginnenden 21. Jahrhundert ist auffällig, wie viele Romanvorlagen für die Bühne adaptiert und als Theaterinszenierungen präsentiert werden.
Mit dem Aufkommen des Films im 20. Jahrhundert entstanden neue künstlerische Möglichkeiten: Seit es filmisches Erzählen gibt, werden Dramen und Romane für den Film adaptiert, und es gibt im Grunde kaum ein halbwegs erfolgreiches Werk der epischen oder dramatischen Literatur, das nicht mindestens einmal verfilmt worden wäre.
Das Seminar wird sich mit verschiedenen literarischen Vorlagen und ihrer Umsetzung im Theater und im Film beschäftigen. Auf diese Weise soll sowohl ein Einblick in die theatralen und filmischen Adaptionsmöglichkeiten von Literatur gegeben werden als auch eine Heranführung an die Theater- und Filmanalyse: Welche Mittel setzen Theater und Film ein, um eine literarische Vorlage zu adaptieren und wie wirken sie auf die Zuschauer? Und inwieweit sind Regisseure als eigene kreative Instanz gefordert und in der Lage, dem Werk ihren eigenen Stempel aufzudrücken?
Ausgehen werden wir von Heinrich von Kleists Novelle -Michael Kohlhaas-, Georg Büchners Fragment -Woyzeck- und Theodor Fontanes Roman -Effi Briest- sowie den jeweiligen Verfilmungen dieser Werke und aktuellen Inszenierungen an den Theatern in Dortmund und Umgebung. Die Texte sind in günstigen Reclam-Ausgaben erhältlich und sollten zu Seminarbeginn gelesen sein.
Außerdem werden wir die aktuelle Verfilmung und die Dortmunder Inszenierung des 2006 veröffentlichten Stücks -Der Gott des Gemetzels- von Yasmina Reza einbeziehen.
Der Besuch der Inszenierungen ist fester Bestandteil des Seminars und die Bereitschaft dazu ist Voraussetzung für die Teilnahme. Karten zu günstigen Konditionen können im Seminar erworben werden
Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas
Georg Büchner: Woyzeck
Theodor Fontane: Effi Briest
Technische Universität Dortmund
SoSe 2012
Schröder Stefan