Uni-Düsseldorf
14. März 2017Aufbauseminar I und Konrad I 8211 Königsherrschaft in Zeiten der Krise
-Königsherrschaft ohne Staat- lautet der Untertitel einer jüngeren Darstellung der Ottonenzeit (Gerd Althoff). Die Betonung des personalen Charakters der Bindung unter den Herrschaftsträgern, ein rituell geprägtes, zeichenhaftes Kommunikationssystem sowie ganz generell strukturelle Defizite der östlichen Reichshälfte gegenüber dem stärker romanisierten...
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Jetzt Lernplan erstellen-Königsherrschaft ohne Staat- lautet der Untertitel einer jüngeren Darstellung der Ottonenzeit (Gerd Althoff). Die Betonung des personalen Charakters der Bindung unter den Herrschaftsträgern, ein rituell geprägtes, zeichenhaftes Kommunikationssystem sowie ganz generell strukturelle Defizite der östlichen Reichshälfte gegenüber dem stärker romanisierten Westen des Frankenreiches lassen die ottonische Epoche zunehmend als archaische Zeit weitgehend ohne institutionelle Formen der Verrechtlichung oder Verstaatlichung erscheinen.
Für den Beginn dieser Zeit unter Heinrich I. (919-936) bzw. bereits für die Regierung des einzigen Konradiners auf dem ostfänkischen Thron (911-918) gelten diese Merkmale umso mehr, als die Quellenlage nicht anders als desaströs zu nennen ist und streckenweise nahezu zum Erliegen kommt. -Es kann nicht oft genug betont werden, daß für die Jahre 919-936 in Ostfranken nicht eine einzige zeitgenössische Darstellung vorliegt- (Carlrichard Brühl).
Weder urkundliche noch historiographische Zeugnisse geben zeitgenössisch Auskunft über den Weg des liudolfingischen Großen Heinrich an die Spitze eines Herrschaftsverbandes, dessen Zusammensetzung letztlich entscheidend für die weitere Entwicklung der deutschen Geschichte werden sollte. Dass Konrad I. auf dem Sterbebett seinen ärgsten Widersacher zur königlichen Nachfolge bestimmt habe zum Nutzen und Wohl des Reiches, wie Widukind von Corvey ein volles Menschenleben nach den Ereignissen zu berichten weiß, glaubt in der Forschung heute nur noch eine Minderheit. Was bleibt den spärlichen Quellen dennoch zu entlocken? Wie vollzog sich der Übergang der karolingischen Herrschaft über Konrad I. hin zu Heinrich I. und welche qualitativen Veränderungen lassen sich im Vergleich mit der Karolingerzeit beschreiben?
Das Proseminar vermittelt in diesem Themenfeld grundlegende Techniken und Hilfsmittel der mediävistischen Geschichtswissenschaft.
-Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 4. Aufl. Stuttgart 2014.
-Matthias Becher, Rex, Dux und Gens. Untersuchungen zur Entstehung des sächsischen Herzogtums im 9. und 10. Jahrhundert (Historische Studien 444), Husum 1996.
- Althoff, Gerd, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart u.a. 2000.
Geschichte (BA, PO 2013) Kernfach
Universität Düsseldorf
WiSe 2016/17
Dr.
Hageneier Lars