Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Aufbauseminar Patterns of life 8212 Post kinematographische Durchdringung des Lebendigen vom 8218 Querschnittsfilm 8216 zur Webdoku

Die Produktion, Distribution und Rezeption von Filmen hat sich unter dem Einfluss anhaltender Prozesse der Digitalisierung tiefgreifend verändert. Einen Knotenpunkt dieser Entwicklungen bilden zunehmend online Filmprojekte, deren konzeptuelle Ansätze und Strategien der Verbreitung und Adressierung sich in den letzten Jahren...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Die Produktion, Distribution und Rezeption von Filmen hat sich unter dem Einfluss anhaltender Prozesse der Digitalisierung tiefgreifend verändert. Einen Knotenpunkt dieser Entwicklungen bilden zunehmend online Filmprojekte, deren konzeptuelle Ansätze und Strategien der Verbreitung und Adressierung sich in den letzten Jahren immer stärker gegenüber filmischen oder seriellen Formen ausdifferenziert haben. Gerade im Bereich dokumentarischer Formen (Web Doku; Webvideo-Katalog) lässt sich hierbei zugleich immer häufiger der emphatische Bezug auf ein bereits sehr altes Grundmotiv der Film- und Kinogeschichte beobachten: die kinematographische Durchdringung und Wiedergabe des Lebens oder des Lebendigen. Doch in welchem Zusammenhang stehen mediale Umbrüche, die strukturelle Re-lokalisierung kinematographischer Formen und das erneute Interesse an den Grenzverläufen und Verwirrungen zwischen Bild und Leben? Im Seminar werden wir dieser Frage auf unterschiedlichen Routen durch die Geschichte des Films sowie der Film- und Medientheorie nachgehen. Eine erste Orientierung liefert uns dabei eine Einschätzung Mark Hansens, derzufolge Medien selbst als Umwelten des Lebens fungieren. Nach den neuen Milieus des Films zu fragen, beinhaltet daher unter Umständen auch ein Fragen nach den medienökologischen Umwendungen der Vorstellungen und Artikulationen des Vitalen und Lebendigen. Mit Jean-Luc Nancy formuliert, stellen wir uns daher der Frage -wie das Leben, zu denken ist-, welche Erscheinungsweisen es medial zeitigt und auf welche Weise es aus den Bedingungen einer gegenwärtigen Ökotechnie hervorbricht. Klassische filmtheoretische und aktuelle medienökologische Fragestellungen werden zudem dicht beieinander liegen, wenn wir uns mit dokumentarischen -multi-year Projects- beschäftigen. Neuere Projekte dieser Kategorie verschreiben sich dem Anspruch, den Wandel einer Gemeinschaft, eines Ortes oder Milieus über Jahre hinweg zu begleiten. Häufig geht von diesen Formaten das Versprechen aus, medialer Ausdruck und Repräsentation einer neuen -sozialen Granularität- (Manovich) oder gleich -as Life itself- erlebbar zu sein. Jenseits der Diskussion um interaktive Erzählungen, Konnektivität und Partizipation wird das Seminar einen seiner wesentlichen Zugänge daher über den Zusammenhang von sozialen und medialen Zeitlichkeiten gewinnen. Kate Nash, Craig Hight: New Documentary Ecologies. Emerging Platforms, Practices and Discourses, 2014 Basingstoke Jean-Luc Nancy, -Von der Struktion-. In: Hörl, Erich (Hrsg): Die technologische Bedingung. Beiträge zur Beschreibung der technischen Welt, 2011 Berlin. Institut für Medien- und Kulturwissenschaft Universität Düsseldorf WiSe 2015/16 Seibel Sven Christian