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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Aufbauseminar Raumkunst Theater

-Bühnenkunst ist Raumkunst-, hat Max Herrmann 1931, in den Anfangsjahren der Theaterwissenschaft, geschrieben und damit einen der wichtigsten Gegenstandsbereich theaterwissenschaftlicher Forschung benannt, unabhängig davon, dass Herrmann seine Bestimmung im Horizont einer sicher zu hinterfragenden Vorstellung vom Theaterraum als -imaginärem Kunstraum-...

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-Bühnenkunst ist Raumkunst-, hat Max Herrmann 1931, in den Anfangsjahren der Theaterwissenschaft, geschrieben und damit einen der wichtigsten Gegenstandsbereich theaterwissenschaftlicher Forschung benannt, unabhängig davon, dass Herrmann seine Bestimmung im Horizont einer sicher zu hinterfragenden Vorstellung vom Theaterraum als -imaginärem Kunstraum- traf. Von Herrmanns Definition ausgehend, möchte das Seminar sich basalen Zusammenhängen zwischen raumtheoretischen Fragestellungen und Praktiken theatraler Darstellung nähern. Dabei soll zunächst die Aufmerksamkeit auf eine Geschichte von Räumen und ihrer epistemologischen Bedingungen gelegt werden: Wie korrespondieren historisch wirkmächtige Positionen des Raumdenkens (etwa Aristoteles, Newton und Leibniz oder Kant) mit konkreten Bühnenformen und –architekturen (etwa die antike Bühnenanlage, Pozzos Perspektivbühne und die Guckkästen des 18. Jahrhunderts)? Welche subjektphilosophischen und politischen Konsequenzen folgen aus diesen Raumanordnungen, und welche Vorstellungen gesellschaftlicher Organisation legen sie nahe? In einem zweiten Schritt soll dann gefragt werden, was es heißen kann, in einem heutigen gesellschaftlichen Raum Theater zu machen, den etwa Jean-Luc Nancy nach der Atomkatastrophe von Fukushima als einen Raum -unkontrollierbarer globaler Wechselwirkungen- porträtiert hat: Wie kann man sich zu – oder genauer: in – einem Raum verhalten, dessen Prozessualitäten in radikaler Weise alle Innen-Außen-Bildungen anzugreifen scheinen und in dem auf den verschiedensten Ebenen und Niveaus von einer -Äquivalenz der Katastrophen- (Nancy) ausgegangen werden muss? In diesem Kontext sollen entsprechende jüngere Theaterarbeiten auf ihr Raumwissen befragt werden (z. B. Claudia Bosse/theatercombinat -Catastrophic Paradises-, Wien/Düsseldorf 2014, oder Elfriede Jelinek/Karin Beier, -Kein Licht-, Köln 2011, qua Videomaterial); darüber hinaus gehört zum Seminar ein gemeinsamer Besuch einer noch auszuwählenden Theaterproduktion in der Region. Institut für Medien- und Kulturwissenschaft Universität Düsseldorf SoSe 2016 Dr. Kirsch Sebastian