Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Aufbauseminar Schreibwerkstatt 8220 Women Who Make a Fuss 8221 Situiertes Wissen Feminismus als Praxis der Imagination und die Neuerfindung der

In ihrem Buch -Women Who Make a Fuss- stellen sich Isabelle Stengers und Vinciane Despret der Frage, was Frauen der Universität, der Philosophie und dem Denken noch -antun- können? Sie ziehen eine Verbindung zu Virginia Woolfs -Drei Guineen- und greifen...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
In ihrem Buch -Women Who Make a Fuss- stellen sich Isabelle Stengers und Vinciane Despret der Frage, was Frauen der Universität, der Philosophie und dem Denken noch -antun- können? Sie ziehen eine Verbindung zu Virginia Woolfs -Drei Guineen- und greifen ihren Ruf -think we must- erneut auf. Was ist aber dieses -Wir-, das im Zuge des Buches heraufbeschwört und neukonstituiert wird?   Stengers und Despret bestehen darauf, dass womöglich ein Potenzial hinter der Normalisierung und Stabilisierung der Figur der Wissenschaftlerin steckt, die an der Universität bereits angekommen ist und sich in einem vermeintlich homogenen und neutralen Ort der Wissensherstellung befindet. Das gesäuberte Konzept des -Wissens um des Wissens willens- fungiert aber nach wie vor als Ausschlusskriterium, indem es, so Despret und Stengers, diejenigen, die neu an der Universität ankommen (Frauen, Migranten, Menschen aus nicht privilegierten Klassen) immer wieder vor die Forderung stellt, die aufklärerische Tradition der Institution unangetastet zu lassen. Könnte die Weigerung davor, die Universität einer (womöglich radikalen) Transformation preiszugeben, etwas mit dem heutzutage fehlenden Widerstand gegen die Prozesse der Neoliberalisierung der Hochschulbildung zu tun haben?   In diesem Blockseminar werden wir uns explizit mit der Notwendigkeit der Politisierung der Universität und der Wissensproduktion beschäftigen und, in Anlehnung an Despret und Stengers, den Versuch unternehmen, feministische, dekoloniale und kritische Positionen innerhalb dieser Dispositive zu artikulieren. Die feministische Forderung nach Situierung von Wissen (vgl. Haraway, Trin Minh-Ha u.a.) wird hier praktisch und theoretisch erkundet und in der gemeinsamen Ausarbeitung von kurzen, spekulativen Projekten, die im Rahmen des Seminars entwickelt werden, eingesetzt. Ziel des Seminars ist ein -Denken-Mit- anzustoßen und insbesondere die (gemeinsame) Geschichtenerzählung als Methode zu erkunden. Wegen seiner kollagenartigen Form und der kollaborativen Schreibweise, die Stimmen von mehreren Wissenschaftlerinnen und ihren Erfahrungen an europäischen Universitäten zu versammeln vermag, bietet sich der Titel -Women Who Make A Fuss- besonders gut als Ausgangssituation für das Seminar, das ebenso dem Experimentieren mit Schreibformen gewidmet wird. Reuter Zakirova, Stephanie Universität Düsseldorf WiSe 2016/17 Genova Neda