Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung in der Stadt Werdohl
A06: Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung in der Stadt Werdohl Hintergrund und Projektanlass Die Siedlungsentwässerung ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge, da sauberes Wasser eine elementare Lebensgrundlage ist. Zuständig für die Abwasserentsorgung ist die öffentliche Hand, die selbst...
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Jetzt Lernplan erstellenA06: Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung in der Stadt Werdohl Hintergrund und Projektanlass Die Siedlungsentwässerung ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge, da sauberes Wasser eine elementare Lebensgrundlage ist. Zuständig für die Abwasserentsorgung ist die öffentliche Hand, die selbst in unwirtschaftlichen Fällen für eine geordnete Siedlungsentwässerung sorgt. Aus Gründen der Hygiene und des Umweltschutz wird ein Großteil der häuslichen Abwässer in Kanälen gesammelt und zur Reinigung zu Kläranlagen transportiert. Anschließend wird es in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt. Mit rund 541.000km Kanalnetz und 9.933 Kläranlagen stellt die deutsche Siedlungsentwässerung eine sehr aufwendige und kostenintensive technische Infrastruktur dar. Auch weil die Siedlungsentwässerung so kostspielig ist, wird die Sicherung der Daseinsvorsorge vor dem Hintergrund des demografischen Wandels immer anspruchsvoller. Der demografische Wandel zeigt sich in vielerlei Hinsicht. So nimmt beispielsweise die Zahl der Bevölkerung in einigen Teilen Deutschlands stetig ab, was in diesen Regionen eine Verringerung der Gesamtmenge häuslicher Abwässer zur Folge hat. Die Auswirkungen für die Infrastruktur sind mitunter gravierend: Das Kanalsystem und die Kläranlagen sind nicht mehr ausgelastet; Kanäle fallen trocken oder verstopfen und Kläranlagen können die verbleibenden Abwässer nicht mehr effizient reinigen. Besonders stark ist von diesen dramatischen Veränderungen die Stadt Werdohl im Sauerland betroffen. Die Stadt Werdohl hat seit 1990 etwa 13% ihrer Bevölkerung verloren - diese Situation wird sich innerhalb der nächsten 20 Jahre noch verschärfen; Vorausberechnungen prognostizieren bis 2030 einen weiteren Bevölkerungsrückgang von bis zu 20%. Gleichzeitig leidet die Abwasserinfrastruktur Werdohls unter einem erheblichen Sanierungsbedarf - die Kläranlage und Abwasserkanäle sind alt sowie marode und müssen entsprechend repariert und saniert werden. Wegen des massiven Bevölkerungsrückgangs stellt sich aber die Frage, ob sich Investition in die Werdohler Siedlungsentwässerung lohnen, wenn dort immer weniger Personen die Infrastruktur nutzen. Gleichzeitig muss jedoch gefragt werden, wie das Abwasser der verbleibenden Bevölkerung weiterhin abtransportiert und geklärt werden kann, wenn keine Investitionen getätigt werden. Ziel des Projekts Ziel des Projekts ist die Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex -Raumplanung, demografischer Wandel und Siedlungsentwässerung- am Praxisbeispiel der Stadt Werdohl. Es sollen die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Siedlungsentwässerung im Untersuchungsraum erhoben und anschließend analysiert und bewertet werden. Das Ergebnis des Projekts stellt ein praxistaugliches Konzept dar, das den ermittelten Problemen entgegenwirkt. Um den Anforderungen der Praxis gerecht zu werden und um Einblicke in die Arbeit von Planung und Siedlungsentwässerung zu bekommen, wird eine enge Zusammenarbeit mit der Stadt Werdohl und dem Ruhrverband angestrebt. Der Ruhrverband ist das öffentlich-rechtliche Wasserwirtschaftsunternehmen, das neben dem Betrieb von Talsperren und der Wasserversorgung auch die Aufgabe derAbwasserreinigungder Stadt Werdohl (und 60 weiteren Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne) erfüllt. Exkursionen Für das Projekt ist ausdrücklich eine praxisnahe Auseinandersetzung mit dem Thema erwünscht. Dies spiegelt sich auch in der Durchführung mehrerer kostenloser Exkursionen wieder: Die Studierenden sollen sich in Werdohl im Rahmen einer intensiven Bestanderhebung ein Bild von der aktuellen Situation machen und am Ende des Studienjahres ihre Ergebnisse einem interessierten (Fach-) Publikum vorstellen. Der Besuch klassischer wie alternativer Anlagen zur Siedlungsentwässerung ist außerdem vorgesehen.
Bachelor Raumplanung (2007) Prüfung: Modulprüfung (unbenotet), 3 Studienleistungen (unbenotet) Prüfungsform: Abschlussbericht inkl. Disputation Studienleistungen: (A) Exposé; (B) Zwischenbericht; (C) Zwischenpräsentation, Plakat und Abstract im Rahmen des Projektmarktes Technische Universität Dortmund WiSe 2013/14 Matil, Petra , Dipl.-Ing. FH Dipl.-Ing. Haber Marlit