Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Hannover
14. März 2017

Über das Schöne und das Hässliche Von Lessings Laokoon bis Jelineks Klavierspielerin

-[A]ber woher, Sokrates, weißt du denn, was schön ist [...], könntest du wohl sagen, was das Schöne ist?- (Hippias I) Diese an Sokrates gerichtete Aufforderung bildet die Leitfrage des Seminars, das die Entwicklung des Schönen und Hässlichen in Literatur, Philosophie...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen

-[A]ber woher, Sokrates, weißt du denn, was schön ist [...], könntest du wohl sagen, was das Schöne ist?- (Hippias I) Diese an Sokrates gerichtete Aufforderung bildet die Leitfrage des Seminars, das die Entwicklung des Schönen und Hässlichen in Literatur, Philosophie und bildender Kunst von der Antike bis in die Gegenwart verfolgt. Die Bestimmung dessen, was schön oder hässlich ist, unterliegt dem historischen Wandel. Für Platon galt das Schöne als Inbegriff der Vollkommenheit, für Kant (Kritik der Urteilskraft) ist schön, was beim Betrachter ein -interessenloses Wohlgefallen- hervorruft. Lessing sieht in der künstlerischen Darstellung des Laokoon'schen Todeskampfes das hässliche Moment des Schmerzensschreies zugunsten des schönen Seufzers abgemildert. 1855 entwickelt Karl Rosenkranz eine erste -Ästhetik des Hässlichen-, deren Paradox laut des Philosophen Nelson Goodman darin besteht, dass auch vermeintlich hässliche Gegenstände einen ästhetischen Genuss hervorbringen können. In seinen -Blumen des Bösen- bestimmt Baudelaire Schönheit als etwas -Monströses-. Bei Adorno (Ästhetische Theorie) heißt es schließlich, dass -das Schöne eher dem Hässlichen entsprungen ist als umgekehrt-. Im Hässlichen komme demnach das durch Schönheit Unterdrückte und Verdrängte zum Ausdruck. Der gegenwärtige, medial konstituierte Schönheitswahn fordert schließlich dazu auf, das gesellschaftliche Verständnis von Schönheit und Hässlichkeit kritisch zu hinterfragen und eine Neubestimmung der Begriffe vorzunehmen.

Primärliteratur (wird bei StudIP zur Verfügung gestellt) Zur Vorbereitung: Eco, Umberto (Hrsg.): Die Geschichte der Schönheit. Aus dem Italienischen v. Friederike Hausmann u. Martin Pfeiffer. München: dtv 2006. Ein Semesterapparat wird eingerichtet. Zweitfach Deutsch, MA Lehramt Sonderpädagogik Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover SoSe 2016 Deutsches Seminar Dröscher Teille Mandy